20.01.2016 15:35

US-Kleinstadt

Mann (24) ersticht Ex-Freundin und Student

Der Enkel eines bekannten Politikers ruft seinen Vater an: Er habe soeben seine Ex-Freundin erstochen und werde nun sich selbst töten. Alle Hilfe kommt zu spät.

von
cfr

Ein tödliches Beziehungsdrama erschüttert die Kleinstadt Geneseo im US-Bundesstaat New York: Der ehemalige Student Colin Kingston (24) verschaffte sich am Sonntag gegen sechs Uhr morgens Eintritt zum Studentenhaus, in dem seine Ex-Freundin Kelsey Annese (21) wohnte. Mit einem grossen Messer stach er auf sie und den Studenten Matthew Hutchinson (24), der sich ebenfalls in Anneses Schlafzimmer aufhielt, ein.

Dann rief Kingston seinen Vater an. Er habe soeben seine Ex-Freundin verletzt und wolle sich nun selbst umbringen, sagte er. Der Vater alarmierte die Polizei, doch es war zu spät. Als die Beamten beim Haus eintrafen, fanden sie drei Leichen. Alles schien sehr schnell gegangen zu sein, es gab keine Zeichen eines Kampfes. Vier weitere Personen waren zu der Zeit in dem Haus. «Keiner von ihnen bekam etwas mit», sagte Polizeisprecher Jeffrey Szczesniak an einer Pressekonferenz am Montag.

«Es klingt nach einer Verzweiflungstat»

Behörden gehen von einer Beziehungstat aus. Annese hatte sich vor kurzem von Colin Kingston getrennt. Die beiden waren laut der Lokalzeitung «Rochester Democrat and Chronicle» drei Jahre lang ein Paar gewesen. «Kingston war verzweifelt wegen der Trennung», sagte Polizeisprecher Szczesniak. Kingston soll kurz vor der Tat selbstmörderische Gedanken mit einigen Personen geteilt haben. Er habe aber nie die Absicht geäussert, jemanden ausser sich selbst verletzen zu wollen, so die Polizei.

«Es klingt nach einer Verzweiflungstat, nicht nach einem lang geplanten Verbrechen», sagte der Gerichtspsychologe Charles P. Ewing der Lokalzeitung «Buffalo News». Taten mit Messern deuteten auf eine Kurzschlussreaktion hin. «Ein Messer ist eine sehr persönliche Waffe, um jemanden umzubringen», sagte er. «Es ist nicht einfach, jemanden damit zu töten. Meistens sind starke Emotionen im Spiel. Es ist nicht das kalte, distanzierte Töten wie mit einer Pistole.»

Bekannte Familie

Die 21-jährige Annese hatte Pädagogik und Spanisch an der Geneseo-Universität studiert. Der getötete Matthew Hutchinson stammte aus Kanada und hatte in der New Yorker Kleinstadt Geografie und Wirtschaft studiert. Ausserdem spielte er im Hockeyteam der Universität und war er bei der Freiwilligen Feuerwehr von Geneseo. «Matt hat alles auf höchstem Niveau getan», sagte Feuerwehrchef Andrew Chandler der Nachrichtenagentur AP.

Auch der mutmassliche Täter, Colin Kingston, hatte an der Geneseo-Universität studiert, das Studium aber nicht abgeschlossen. Er kam aus einer renommierten Familie in der Kleinstadt. Sein Grossvater war Präsident des Stadtausschusses gewesen. «Jeder ist mit der Kingston-Familie verbunden», sagte Feuerwehrchef Chandler.

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