Sachsen-Anhalt - Mann (25) missbrauchte 6-Jährige, warf sie in Fluss – 9 Jahre Haft 
Publiziert

Sachsen-AnhaltMann (25) missbrauchte 6-Jährige, warf sie in Fluss – 9 Jahre Haft

Ein 25-Jähriger hat eine Sechsjährige entführt und in die Saale geworfen – nun wurde er dafür verurteilt. Nach der Haftstrafe kommt er in eine Psychiatrie.

1 / 3
Am 2. Juni 2021 wurde ein 25-Jähriger wegen versuchten Mordes, sexuellen Missbrauchs eines Kindes und gefährlicher Körperverletzung vom Landgericht Halle zu neun Jahren Haft verurteilt.

Am 2. Juni 2021 wurde ein 25-Jähriger wegen versuchten Mordes, sexuellen Missbrauchs eines Kindes und gefährlicher Körperverletzung vom Landgericht Halle zu neun Jahren Haft verurteilt.

Facebook / Landgericht Halle
Die Richter ordneten die Unterbringung des Angeklagten in einem psychiatrischen Spital an.

Die Richter ordneten die Unterbringung des Angeklagten in einem psychiatrischen Spital an.

Facebook / Landgericht Halle
Der Mann hatte im Dezember 2020 ein sechsjähriges Mädchen aus seinem Bett in der elterlichen Wohnung entführt und sexuell missbraucht. Anschliessend lief er mit dem Mädchen auf dem Arm durch die Innenstadt von Halle bis zur Saale. Hier würgte er das Kind und stiess es anschliessend in den Fluss.

Der Mann hatte im Dezember 2020 ein sechsjähriges Mädchen aus seinem Bett in der elterlichen Wohnung entführt und sexuell missbraucht. Anschliessend lief er mit dem Mädchen auf dem Arm durch die Innenstadt von Halle bis zur Saale. Hier würgte er das Kind und stiess es anschliessend in den Fluss.

Facebook / Landgericht Halle

Im Prozess um eine in Halle in Sachsen-Anhalt missbrauchte und in einen Fluss geworfene Sechsjährige ist der Angeklagte zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Halle ordnete am Freitag zudem die Unterbringung des 25-Jährigen in einem psychiatrischen Spital an.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Angeklagte im vergangenen Dezember über ein angekipptes Fenster in die Parterrewohnung einer Familie eingedrungen war, das Mädchen in seinem Kinderzimmer aus dem Bett gehoben und mit dem Kind die Wohnung verlassen hatte. In einer Seitenstrasse habe er das Mädchen anschliessend missbraucht.

Passanten hörten die Schreie des Mädchens

Dann sei er mit dem Mädchen auf dem Arm durch die Innenstadt von Halle bis zur Saale gelaufen. Dort versuchte er, die Sechsjährige mit einem Schal zu erdrosseln. Anschliessend stiess er sie laut Urteil in die Saale, um sie zu töten und die vorangegangenen Straftaten zu verdecken. Zwei zufällig an dem Fluss laufende Männer hörten die Schreie des Kindes und retteten das Mädchen aus dem Wasser.

Das Gericht sprach den Angeklagten wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch eines Kindes sowie gefährlicher Körperverletzung und Entziehung Minderjähriger schuldig. Bei der Strafzumessung berücksichtigte das Gericht das umfassende Geständnis des Angeklagten.

Vom Täter sind «weitere erhebliche rechtswidrige Taten zu erwarten»

Die Kammer kam nach einem psychiatrischen Gutachten zu dem Schluss, dass der Angeklagte aufgrund einer Pädophilie sowie einer leichten Intelligenzminderung im Zustand der erheblich verminderten Steuerungsfähigkeit gehandelt hatte. Das Gericht ging ausserdem davon aus, dass von dem Mann «weitere erhebliche rechtswidrige Taten zu erwarten sind, durch welche die Opfer seelisch oder körperlich erheblich geschädigt oder erheblich gefährdet werden». Deshalb sei seine Unterbringung in der Psychiatrie angeordnet worden.

Beim Prozess war die schüchterne Persönlichkeit des Angeklagten aufgefallen. Wie der Sender RND berichtet, deutete nichts an dem verschüchtert wirkenden Mann auf die Brutalität und Kälte hin, mit der er vorgegangen war. Er sprach mit zittriger Stimme, sein verschreckter Blick wanderte immer wieder durch den vollbesetzten Prozesssaal. Die Hände und Füsse wanden sich permanent. Er gab an, ledig und selbst Vater eines Kindes zu sein.

Die Öffentlichkeit war zum Auftakt des Prozesses Anfang Juni nach der Anklageverlesung ausgeschlossen worden. Begründet wurde dies mit den schutzwürdigen Interessen von Beteiligten und den Persönlichkeitsrechten insbesondere des Opfers.

Bist du minderjährig und von sexualisierter Gewalt betroffen? Oder kennst du ein Kind, das sexualisierte Gewalt erlebt?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Kokon, Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Castagna, Beratungsstelle bei sexueller Gewalt im Kindes- und Jugendalter

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Bist du selbst pädophil und möchtest nicht straffällig werden? Hilfe erhältst du bei Forio und bei den UPK Basel.

(AFP/kle)

Deine Meinung