Zugstrecke Visp-Spiez – Mann (29) kassiert 800 Franken Busse für fehlende Maske und falsches Attest
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Zugstrecke Visp-SpiezMann (29) kassiert 800 Franken Busse für fehlende Maske und falsches Attest

Statt von einer medizinischen Fachkraft war das Papier von einem umstrittenen Juristen unterschrieben. Der Fall landete vor Gericht. Dort gab der Richter den Bundesbahnen recht.

von
Patrick McEvily
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Seit Juli 2020 gilt eine Maskenpflicht im Schweizerischen ÖV. Ein junger Walliser hielt sich im vergangenen Herbst nicht daran.

Seit Juli 2020 gilt eine Maskenpflicht im Schweizerischen ÖV. Ein junger Walliser hielt sich im vergangenen Herbst nicht daran.

Urs Jaudas/Tamedia
Nicht nur trug er keine Maske: Er präsentierte den Kontrolleuren im Zug auch noch ein falsches Attest.

Nicht nur trug er keine Maske: Er präsentierte den Kontrolleuren im Zug auch noch ein falsches Attest.

20min/Michael Scherrer
Der Vorfall ereignete sich Ende Oktober 2020 auf der Strecke Visp-Spiez.

Der Vorfall ereignete sich Ende Oktober 2020 auf der Strecke Visp-Spiez.

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Darum gehts

  • Ein junger Walliser war im Oktober 2020 im Zug ohne Maske unterwegs.

  • Ein medizinisches Attest konnte der 29-Jährige nicht vorweisen und kassierte dafür eine Busse.

  • Ein Gericht halbierte diese zwar, bürdete dem Widerwilligen jedoch die Hälfte der Prozesskosten auf.

Einem 29-Jährigen im Kanton Wallis ist seine Weigerung im Herbst des vergangenen Jahres, sich an die Corona-Regeln zu halten, teuer zu stehen gekommen. Über den Fall berichtete der «Walliser Bote» . Die Angestellten der Bundesbahnen hatten den Passagier an einem Morgen, Ende Oktober auf der Strecke zwischen Visp und Spiez ohne eine Maske im Zug sitzend entdeckt.

Als sie den Mann aufforderten, ihnen ein Attest zu zeigen, das belegen würde, dass er aus medizinischen Gründen keine Maske tragen kann, gab dieser an, eins zu haben. Dabei handelte es sich aber nicht um ein von Medizinern unterzeichnetes Dokument. Stattdessen überreichte der junge Mann ein Papier, das vom umstrittenen Juristen Heinz Raschein unterschrieben war und Bezug auf die Bundesverfassung sowie die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) nahm.

Hälfte der Verfahrenskosten kamen auf Busse obendrauf

Die SBB reichte Strafanzeige ein und der Kanton verurteilte den maskenlosen Passagier wegen Widerhandlung gegen das Epidemiengesetz zu einer Busse von 400 Franken. Gegen den Strafbefehl legte der Mann Berufung ein. Das Bezirksgericht halbierte die Busse vergangene Woche um 200 Franken. Gleichzeitig bürdete ihm der Richter aber die Hälfte der Verfahrenskosten von 1200 Franken drauf. Der Masken-Verweigerer kann sich nun noch einmal vor dem Kantonsgericht gegen das Urteil zur Wehr setzen.

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