Unverschämter Partygast: Mann (35) nennt Polizisten «Sitzpisser» und will sie mit 100er-Nötli bestechen

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Unverschämter PartygastMann (35) nennt Polizisten «Sitzpisser» und will sie mit 100er-Nötli bestechen

Auf dem BEA-Festgelände deckte ein Besucher zwei Polizisten mit Schimpfwörtern ein. Bei der Kontrolle auf der Wache wollte er sie bestechen. Dafür bezahlt er nun die Zeche. 

von
Simon Ulrich
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An der letzten BEA wurde ein Besucher gegenüber zwei Polizisten ausfällig. 

An der letzten BEA wurde ein Besucher gegenüber zwei Polizisten ausfällig. 

Tamedia AG
Sie brachten den Betrunkenen daraufhin auf die Polizeiwache am Waisenhausplatz. 

Sie brachten den Betrunkenen daraufhin auf die Polizeiwache am Waisenhausplatz. 

20min/Matthias Spicher
Dort wollte er sie mit 100 Franken bestechen. 

Dort wollte er sie mit 100 Franken bestechen. 

BZ

Darum gehts

  • An der letztjährigen BEA beschimpfte ein stark alkoholisierter Mann zwei Polizisten. 

  • Auf der Polizeiwache wollte er sie mit 100 Franken bestechen, damit sie von einer Anzeige absehen. 

  • Nun wurde der 35-Jährige unter anderem wegen Beschimpfung und Bestechung verurteilt.

Wenn am Freitag- und Samstagabend die Verkaufsstände der BEA schliessen, verwandelt sich das Messegelände auf 150’000 Metern jeweils in eine einzige Festhütte. Die Bars und Restaurants füllen sich, der Alkohol fliesst in Strömen – und manche trinken mehr, als ihnen guttut. 

Bei der Ausgabe 2022 im letzten Mai traf dies etwa auf einen 35-jährigen Mann aus dem Raum Bern zu, an dessen rüpelhaftem Benehmen diverse Partygäste Anstoss nahmen. Als ihn zwei Kantonspolizisten kontrollieren wollten, brüllte er die beiden an, beschimpfte sie als «Sitzpisser» und wollte sich weder ausweisen noch ihren Aufforderungen nachkommen, wie dem Strafbefehl gegen den 35-Jährigen zu entnehmen ist. 

«Nehmt das und lasst mich einfach gehen»

Das liessen sich die Polizeibeamten nicht gefallen und führten den Rabauken ab. Der wütete auf der Fahrt zur Wache munter weiter, einfallsreicher wurde er in der Wahl seiner Schimpfwörter indes nicht: Erneut versuchte er, die Ordnungshüter in ihren vermeintlichen Pinkelgewohnheiten zu kränken, daneben betitelte er sie als «Fo****» und «Ar***löcher». Damit habe er bewusst «den Anspruch der Polizisten auf menschlich-sittliche Geltung verletzt», konstatiert die Staatsanwaltschaft. 

Während der Kontrolle auf der Polizeiwache bediente sich der gebürtige Deutsche eines zwar weniger vulgären, aber nicht minder strafbaren Mittels: Um sich aus der Affäre zu ziehen und die drohende Strafanzeige abzuwenden, steckte er einem der Polizisten eine 100er-Note zu mit den Worten: «Nehmt das und lasst mich einfach gehen.» Dieser liess sich nicht bestechen – was den Beschuldigten nicht daran hinderte, ihm weitere Geldangebote zu unterbreiten. 

Bedingte Geldstrafe

Die Staatsanwaltschaft verurteilte ihn wegen Beschimpfung, unanständigen Benehmens, Bestechung und Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen – Letzteres, weil er trotz Wegweisung noch in derselben Nacht erneut das BEA-Gelände betrat – zu einer Geldstrafe von 1600 Franken. Diese wurde bedingt ausgesprochen, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren. Bezahlen muss der Beschuldigte jedoch Bussgelder und Gebühren in Höhe von 1200 Franken. 

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