Wien - Mann (39) erleidet Herzinfarkt auf Baustelle und muss weiterarbeiten
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WienMann (39) erleidet Herzinfarkt auf Baustelle und muss weiterarbeiten

Trotz Hitze und stechenden Schmerzen in der Brust musste ein Bauarbeiter auf einer Baustelle in Wien weiterarbeiten. Die Diagnose lautete Herzinfarkt. Nun werden die Arbeitsbedinungen auf Baustellen kritisiert.

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Trotz Herzinfarkt arbeiten – das ist einem Bauarbeiter in Wien widerfahren. 

Trotz Herzinfarkt arbeiten – das ist einem Bauarbeiter in Wien widerfahren.

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Der 39-Jährige klagte über Schmerzen in der Brust, musste aber seine Arbeit fertigmachen. 

Der 39-Jährige klagte über Schmerzen in der Brust, musste aber seine Arbeit fertigmachen.

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Nach der Arbeit ging der Wiener ins Spital, wo man ihm einen Herzinfarkt diagnostizierte. 

Nach der Arbeit ging der Wiener ins Spital, wo man ihm einen Herzinfarkt diagnostizierte.

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Darum gehts

  • In Österreich erlitt ein Mann auf einer Baustelle einen Herzinfarkt.

  • Der Bauarbeiter musste weiterarbeiten.

  • Laut Arbeitsrechtsexperten ist es nicht das erste Mal, dass sich ein derartiger Vorfall ereignete.

Für einen Mann aus Wien wurde sein Job jetzt lebensgefährlich. An einem Hitzetag mit fast 40 Grad arbeitete Milan Z. auf einer Baustelle. Als es ihm plötzlich schlecht ging, wandte er sich an seinen Bauleiter. «Ich sagte ihm, dass ich grosse Schmerzen hatte. Er sagte zu mir, ich soll mich nicht so anstellen und weiterarbeiten», erzählt der 39-Jährige gegenüber «Heute».

Doch als die Schmerzen zu gross wurden, konnte Milan Z. nicht mehr und fuhr ins Spital. Die erschütternde Diagnose: Herzinfarkt. In einer Not-Operation musste dem Bauarbeiter ein Herzkatheter gesetzt werden. Nur wenige Wochen nach seiner Genesung steht der Wiener schon wieder auf der Baustelle. Die Angst, seinen Job zu verlieren, ist gross.

«Ich bin gerade noch mal davongekommen, aber nächstes Mal verstirbt vielleicht wirklich jemand. Die Chefitäten sitzen in den klimatisierten Büros und scheren sich nicht um die Bauarbeiter, sondern lassen sie auch bei der grössten Hitze weiterarbeiten. Ich will nicht, dass anderen Kollegen das Gleiche passiert wie mir oder noch Schlimmeres», erzählt Milan Z. der österreichischen Zeitung.

Arbeiterkammer fordert gesetzliche Regelung

Für die österreichische Arbeiter-Kammer-Präsidentin Renate Anderl sind die Probleme auf Baustellen im Sommer nicht neu: «Immer wieder kommen Bauarbeiter zu uns, die erzählen, dass auf ihrer Baustelle kein Hitzefrei gegeben wurde, obwohl es brütend heiss war. Dazu möchte ich ganz klar festhalten: Die Bau-Hitzefrei-Regelung ist eine Vereinbarung der Bau-Sozialpartner. Die Arbeitgeberseite hat diese Regelung mit uns vereinbart, weil sie für schwer arbeitende Menschen am Bau im wahrsten Sinne des Wortes überlebenswichtig ist.»

Auch die steigenden Temperaturen sind laut Anderl eine extreme Herausforderung. «Die Klimakrise bedeutet für Baustellenarbeiter eine enorme Belastung durch steigende Hitzestunden. Gerechtigkeit am Bau heisst, diese Menschen vor gesundheitlichen Folgen bestmöglich zu schützen! Darum fordern wir eine gesetzliche Regelung für Hitzefrei am Bau.»

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Trauma erlitten?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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