Luzerner Kriminalgericht: Mann (64) onaniert vor Webcam – doch er täuscht sich in seinem Gegenüber  

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Luzerner KriminalgerichtMann (64) onaniert vor Webcam – doch er täuscht sich in seinem Gegenüber  

Auf einem Onlineportal chattete ein Mann mit einer vermeintlich Zwölfjährigen und befriedigte sich selbst vor der Kamera. Sein Gegenüber war jedoch kein Mädchen, sondern ein Polizist.

von
Gianni Walther
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Ein heute 64-jähriger Mann wurde vom Luzerner Kriminalgericht wegen versuchter sexueller Handlungen mit einem Kind verurteilt.

Ein heute 64-jähriger Mann wurde vom Luzerner Kriminalgericht wegen versuchter sexueller Handlungen mit einem Kind verurteilt.

20min/Gianni Walther
Der Mann hatte auf einem Chatportal mit einer vermeintlich zwölfjährigen «Laura» gechattet und vor einer Webcam sexuelle Handlungen an sich vorgenommen.

Der Mann hatte auf einem Chatportal mit einer vermeintlich zwölfjährigen «Laura» gechattet und vor einer Webcam sexuelle Handlungen an sich vorgenommen.

IMAGO/YAY Images
Hinter «Laura» verbarg sich jedoch keine Zwölfjährige, sondern ein verdeckter Ermittler der Kantonspolizei Bern. Dieser war im Rahmen eines bewilligten Einsatzes auf dem Chatportal eingeloggt.

Hinter «Laura» verbarg sich jedoch keine Zwölfjährige, sondern ein verdeckter Ermittler der Kantonspolizei Bern. Dieser war im Rahmen eines bewilligten Einsatzes auf dem Chatportal eingeloggt.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Das Luzerner Kriminalgericht verurteilt einen Mann wegen Pornografie und versuchter sexueller Handlungen mit einem Kind.

  • Der Mann hatte auf einem Onlineportal mit einer vermeintlich Zwölfjährigen gechattet und dabei auch vor einer Webcam sexuelle Handlungen vorgenommen und besass pornografische Bilder.

  • Das Gericht verurteilt ihn zu einer bedingten Geldstrafe und einer Busse.

  • Der Mann kriegt ein lebenslanges Tätigkeitsverbot mit Minderjährigen.

Wegen versuchter sexueller Handlungen mit einem Kind und mehrfacher Pornografie hat das Luzerner Kriminalgericht einen heute 64-jährigen Mann verurteilt. Der im Kanton Luzern wohnhafte Mann hatte sich im September 2020 auf einem Chatportal im Internet eingeloggt und dort mit einer gewissen «Laura» gechattet, ein vermeintlich zwölfjähriges Mädchen.

Schon nach kurzer Zeit lenkte der Mann das Gespräch auf sexuelle Themen, heisst es im Urteil des Luzerner Kriminalgerichts, und fragte «Laura», ob sie Bilder seines Intimbereichs sehen wolle. Als diese das bejahte, zeigte der Mann über eine Webseite Bilder von seiner Webcam. Darauf zu sehen war, wie er sich selbst befriedigte, heisst es weiter.

Verdeckter Ermittler steckte hinter «Laura»

Hinter dem Pseudonym «Laura» steckte jedoch nicht ein zwölfjähriges Mädchen, sondern ein verdeckter Ermittler der Kantonspolizei Bern. Dieser hatte sich im Rahmen eines bewilligten Einsatzes auf dem Chatportal eingeloggt. Damit habe sich der Mann der versuchten sexuellen Handlung mit einem Kind schuldig gemacht, so das Kriminalgericht.

Bei einer Hausdurchsuchung haben Ermittler später zudem einen Computer sichergestellt. Darauf fanden sie zehn Bilder, die «tatsächliche Handlungen mit Minderjährigen» zeigten. Wegen der verbotenen Bilder verurteilte das Gericht den Mann auch wegen Pornografie.

Der 64-Jährige wird mit einer bedingten Geldstrafe von 30’000 Franken bestraft. Weiter muss er eine Busse von 7000 Franken und Verfahrenskosten von rund 4000 Franken bezahlen. Das Gericht belegt den Mann auch mit einem lebenslänglichen Tätigkeitsverbot mit Minderjährigen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Bist du minderjährig und von sexualisierter Gewalt betroffen? Oder kennst du ein Kind, das sexualisierte Gewalt erlebt?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Kokon, Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Castagna, Beratungsstelle bei sexueller Gewalt im Kindes- und Jugendalter

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Bist du selbst pädophil und möchtest nicht straffällig werden? Hilfe erhältst du bei Forio, Beforemore und bei den UPK Basel.

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