Kriminalgericht Luzern: «Das Blut floss über mehrere Briefkästen auf den Boden»

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Kriminalgericht Luzern«Das Blut floss über mehrere Briefkästen auf den Boden»

Tierische Körperteile und Sachbeschädigungen am Auto: Wegen Schulden ihres Mannes musste eine Luzernerin leiden. Das Kriminalgericht verurteilte nun einen 74-Jährigen.

von
Gianni Walther
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Das Luzerner Kriminalgericht hat einen Mann (74) zu einer bedingten Freiheitsstrafe verurteilt.

Das Luzerner Kriminalgericht hat einen Mann (74) zu einer bedingten Freiheitsstrafe verurteilt.

20min/Gianni Walther
So hatte der Mann im Briefkasten einer im Kanton Luzern wohnhaften Frau unter anderem einen abgetrennten Schafskopf und ein blutdurchtränktes Schafsfell deponiert. (Symbolbild)

So hatte der Mann im Briefkasten einer im Kanton Luzern wohnhaften Frau unter anderem einen abgetrennten Schafskopf und ein blutdurchtränktes Schafsfell deponiert. (Symbolbild)

IMAGO/Westend61
Hintergrund des Konflikts war Geld: Der Verurteilte forderte in einem Schreiben die Überweisung von 100’000 Franken, die der Ehemann der Frau ihm schulde.

Hintergrund des Konflikts war Geld: Der Verurteilte forderte in einem Schreiben die Überweisung von 100’000 Franken, die der Ehemann der Frau ihm schulde.

20min/Matthias Spicher

Darum gehts

  • Mehrfach wurde das Auto einer Luzernerin zerkratzt und Reifen zerstochen.

  • Bei drei Vorfällen fand die Frau zudem unter anderem einen abgetrennten Schafskopf und Schlachtabfälle in ihrem Briefkasten.

  • Das Luzerner Kriminalgericht hat nun einen Mann (74) wegen dieser Taten schuldig gesprochen.

  • Der Mann wird unter anderem zu einer bedingten Freiheitsstrafe verurteilt.

Versuchte Erpressung, Drohung, Widerhandlungen gegen das Tierseuchengesetz und Verunreinigung fremden Eigentums – unter anderen für diese Taten wurde ein Mann (74) vom Luzerner Kriminalgericht schuldig gesprochen. Ursprung des Konflikts ist Geld: So hatte der Ehemann des Opfers dem Verurteilten Geldschulden nicht beglichen. Eine Summe von 100’000 Franken solle er dem Verurteilten schulden, wie dieser 2020 in einem Schreiben festgehalten hatte. Würde das Geld nicht bezahlt, dann folge die nächste Stufe der «Ausgleichsmassnahmen».

Unter dem Konflikt zu leiden hatte die im Kanton Luzern wohnhafte Ehefrau des Schuldners: 2016 und 2019 wurde ihr Auto in einer Tiefgarage zerkratzt und die Reifen zerstochen. 2016 war auf der Motorhaube das Wort «Pay» (Engl: «Bezahle») eingeritzt. Nach dem zweiten Vorfall suchte sich die Frau einen neuen Parkplatz, weiter entfernt von ihrem Zuhause.

Kriminalgericht verhängt bedingte Freiheitsstrafe

Ziel war fortan der Briefkasten der Frau. 2020 machte die Frau darin bei drei Vorfällen grausige Funde: Einmal fand sie im Briefkasten Schlachtabfälle. Danach wurden die Vorfälle «immer drastischer», wie es im Urteil des Kriminalgerichts heisst. Einige Monate später lagen im Briefkasten ein abgetrennter Schafskopf und ein Schafsfuss. Nur wenig später fand sie schliesslich «ein mit Blut getränktes Schafsfell in dem Briefkasten, wobei das Blut über mehrere Briefkästen auf den Boden floss», so das Urteil. Die Frau hatte Angst, dass sie als Nächstes dran sei.

Für die Richter des Kriminalgerichts ist erwiesen, dass der 74-Jährige all diese Taten begangen hatte. Das Kriminalgericht verurteilt ihn zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Zudem muss er eine Busse von 3000 Franken und die Gerichtskosten von knapp 15’000 Franken bezahlen. Auch eine Genugtuung an das Opfer muss der Mann leisten: Diese beträgt 2000 Franken. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Berufung wurde angemeldet. 

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