Sexuelle belästigung: Mann (77) zeigte 12-jährigen Schülerinnen seinen Penis im Zug
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Sexuelle belästigungMann (77) zeigte 12-jährigen Schülerinnen seinen Penis im Zug

Ein Mann musste sich vor dem Regionalgericht Thun wegen mehrmaliger sexueller Belästigung und Exhibitionismus verantworten. Weil er sich behandeln lässt, fiel das Urteil milde aus.

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Der 77-jährige Mann musste sich vor dem Regionalgericht Berner Oberland in Thun verantworten.

Der 77-jährige Mann musste sich vor dem Regionalgericht Berner Oberland in Thun verantworten.

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Er hatte zwei 12-jährigen Schülerinnen im Zug seinen Penis gezeigt und derbe Bemerkungen gemacht.

Er hatte zwei 12-jährigen Schülerinnen im Zug seinen Penis gezeigt und derbe Bemerkungen gemacht.

Symbolbild/ Getty Images
Die Strafe fiel milde aus, weil sich der Beschuldigte bereits in Behandlung befindet. Er erhielt eine bedingte Geldstrafe.

Die Strafe fiel milde aus, weil sich der Beschuldigte bereits in Behandlung befindet. Er erhielt eine bedingte Geldstrafe.

Symbolbild / Getty Images/iStockphoto

Diese Woche musste sich ein 77-jähriger Mann vor dem Regionalgericht in Thun verantworten. Er hatte im Sommer 2019 zwei 12-jährige Mädchen belästigt, als diese mit dem Zug von der Schule nach Hause fuhren. Der Mann habe derbe Sprüche über sein Geschlechtsteil und oralen Geschlechtsverkehr gemacht, berichtet die «Berner Zeitung». Danach hat er seine Shorts so arrangiert, dass sein Penis zu sehen war. Ein Schulkollege der Mädchen alarmierte die Polizei.

Eine der beiden Schülerinnen war bei der Gerichtsverhandlung anwesend. Sie sagte, dass sie in den Wochen nach dem Vorfall aufgewühlt gewesen sei. Über das Geschehene wollte sie nicht sprechen. Die Verteidigerin des Beschuldigten sah die Ursache der Tat im Alkoholkonsum ihres Mandanten. «Wenn er trank, spürte er sich nicht mehr», sagte sie. Schon 2018 wurde der Mann wegen sexueller Belästigung verurteilt. Seit rund einem Jahr befindet er sich nun in psychiatrischer Behandlung und trinkt seither keinen Alkohol mehr, was laut der Verteidigerin regelmässig getestet wird. Ihr Mandant zeigte sich vor Gericht reuig: «Ich bin sehr erschrocken darüber, was ich damals gemacht habe, und ich entschuldige mich.»

Milde Strafe, wegen ambulanter Massnahmen

Das Gericht sah von einer Gefängnisstrafe ab, da diese die ambulanten Massnahmen gefährden könnte. So wurde der Mann zu einer Geldstrafe von 60 Tagen wegen mehrmaliger sexueller Belästigung, einer Verbindungsbusse von 450 Franken und einer Strafe von 1000 Franken wegen Exhibitionismus verurteilt. Die Geldstrafe wurde bedingt ausgesprochen, bei einer Bewährung von vier Jahren. Der Verurteilte muss die Gerichtskosten tragen.

(rc)

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