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Kreuzlingen TGMann attackiert wahllos Frauen auf der Strasse

In Kreuzlingen TG geht derzeit offenbar ein Mann um, der wahllos Frauen attackiert und schlägt. Der Polizei sind bisher drei Fälle bekannt.

von
taw
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Zu einem Vorfall soll es laut Informationen von 20 Minuten bei der Filiale der Thurgauer Kantonalbank an der Hauptstrasse in Kreuzlingen gekommen sein.

Zu einem Vorfall soll es laut Informationen von 20 Minuten bei der Filiale der Thurgauer Kantonalbank an der Hauptstrasse in Kreuzlingen gekommen sein.

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Es ist nicht der erste Fall dieser Art. Zu einem ähnlichen Fall kam es bereits am 2. August beim Einkaufszentrum Ceha.

Es ist nicht der erste Fall dieser Art. Zu einem ähnlichen Fall kam es bereits am 2. August beim Einkaufszentrum Ceha.

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Zu einem weiteren Vorfall soll es auch am 22. August in der Nähe des Bahnhofs gekommen sein.

Zu einem weiteren Vorfall soll es auch am 22. August in der Nähe des Bahnhofs gekommen sein.

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Tatort Hauptstrasse Kreuzlingen am Montagabend gegen 17.30 Uhr. Eine 29-Jährige war nach eigenen Angaben mit ihrer zweijährigen Tochter im Kinderwagen Richtung Einkaufszentrum Ceha unterwegs. «Da kam mir ein Mann entgegen und holte mit der flachen Hand aus, um mich zu schlagen», erzählt sie.

Sie habe ausweichen können. Dann habe er ihr mit der Faust auf den Kopf geschlagen. «Er hat kein Wort gesagt, nur zugeschlagen», so die Frau.

Es sei alles so schnell gegangen, danach sei er weiter gelaufen, als wäre nichts gewesen. Ihre Tochter habe «Mama» geschrien, auch sie habe geschrien, doch niemand habe geholfen oder auch nur nachgesehen. «Das stimmt mich unendlich traurig», so die Frau. Den Täter beschreibt sie als etwa 1,80 Meter gross und zwischen 40 und 50 Jahre alt. Er war schlank, mit Vollbart und wirkte ungepflegt. Er trug ein schwarzes Cap, einen dunkelbraunen Parka und einen schwarzen Rucksack. Am Dienstagvormittag erstattete sie bei der Polizei Anzeige.

Mittlerweile drei Fälle bekannt

Die Kantonspolizei Thurgau bestätigt den Eingang der Anzeige. Nebst diesem Fall sind der Polizei zwei weitere Fälle bekannt. «Am Abend des 2. August hat sich eine Frau gemeldet, die kurz zuvor von einem Mann beim Einkaufszentrum Ceha angegriffen und geschlagen wurde», so Sprecher Matthias Graf. Man sei dann mit mehreren Patrouillen ausgerückt, konnte den Beschuldigten aber nicht mehr antreffen. In den folgenden Tagen seien mehrere Kontrollfahrten und Abklärungen gemacht worden. Bisher aber ohne Ergebnis.

Am 24. August sei ein zweiter Fall gemeldet worden, allerdings war dieser schon zwei Tage zuvor passiert. «Dieses Mal wurde eine Frau in der Nähe des Bahnhofs Kreuzlingen geschlagen», so Graf. In beiden Fällen waren die Frauen alleine unterwegs. Auch nach diesem Vorfall seien von der Polizei erneut Kontrollfahrten durchgeführt und die Polizisten diesbezüglich sensibilisiert worden. Zudem habe man überprüft, ob es allenfalls Videomaterial gibt, das man auswerten könne. Von der Beschreibung her könnte es in allen drei Fällen der selbe Mann gewesen sein. Sein Motiv ist derzeit völlig unklar.

Polizei warnt vor Facebook-Fahndungen

Auch auf Facebook wird derweil vor einem Mann zwischen 40 und 50 Jahren gewarnt, der durch Kreuzlingen läuft und unvermittelt auf Frauen losgeht. Bei Sichtung, am besten mit Bild, wird gebeten, beim Verfasser des Posts Meldung zu machen. «Zum Schutz der Frauen in Kreuzlingen habe ich den Post gemacht», erklärt sich der Verfasser am Dienstag gegenüber 20 Minuten. Es gehe ihm aber nicht um Selbstjustiz.

Die Polizei hat Kenntnis vom Facebook-Post und ist wenig erfreut. «Bei so einem Vorfall ist es wichtig, sofort die 117 anzurufen, dann kann die Polizei ausrücken und die Chance, den Beschuldigten vor Ort anzutreffen, ist am grössten», so Graf. Wenn die Polizei einen Zeugenaufruf oder eine Fahndung macht, dürfe der gerne geteilt werden, dann habe die Polizei handfeste Hinweise. Private Aufrufe fördern aber das Risiko von Vorverurteilungen oder Selbstjustiz und können zu Missverständnissen und Verunsicherungen in der Bevölkerung führen.

Das hat sich auch im Fall Wil SG gezeigt, der kürzlich für grosses Aufsehen sorgte. In einem Facebook-Eintrag wurde ein Vater, der mit seiner Tochter baden war, fälschlicherweise für einen Pädophilen gehalten.

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