«Heute Abend gehen wir alle»: Mann baut mit Ehefrau und Kind (8) im Auto absichtlich Crash auf A6
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«Heute Abend gehen wir alle»Mann baut mit Ehefrau und Kind (8) im Auto absichtlich Crash auf A6

Im Januar 2019 verursachte ein damals 39-jähriger Mann absichtlich einen Selbstunfall auf der A6 bei Münsingen. Nun muss er sich vor Gericht verantworten.

von
Raphael Casablanca
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Auf der Autobahn A6 zwischen Thun und Bern kam es am 19. Januar 2019 zu einem Unfall.

Auf der Autobahn A6 zwischen Thun und Bern kam es am 19. Januar 2019 zu einem Unfall.

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Kurz nach der Raststätte Windrose geriet gegen 20.30 Uhr ein Auto gegen die Leitplanke.

Kurz nach der Raststätte Windrose geriet gegen 20.30 Uhr ein Auto gegen die Leitplanke.

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Im Auto befanden sich drei Personen – ein Mann, eine Frau und ein Kind.

Im Auto befanden sich drei Personen – ein Mann, eine Frau und ein Kind.

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Was für viele Verkehrsteilnehmer auf der A6 bei Münsingen im Januar 2019 nach einem üblichen Verkehrsunfall aussah, stellte sich als Tragödie heraus. Ein damals 39-Jähriger fuhr das Auto mit Absicht in eine Leitplanke. Mit an Bord waren seine damalige Ehefrau und die gemeinsame achtjährige Tochter. Die Ehefrau des Mannes hatte ihm wenige Stunden vor dem Vorfall angekündigt, dass sie sich von ihm trennen wolle. Alle Beteiligten blieben beim Unfall praktisch unverletzt. Kurz nach dem Unfall, versuchte sich der Mann vor ein vorbeifahrendes Auto zu werfen – ein Polizist konnte dies verhindern.

Seit Montag muss sich der Mann wegen versuchten Totschlags vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland verantworten, wie die «Berner Zeitung» berichtet. Der Staatsanwalt wirft dem Mann vor, durch den absichtlichen Unfall den Tod oder zumindest schwerste Verletzungen bei Ehefrau und Tochter in Kauf genommen zu haben. Dieser streitet die Vorwürfe nicht ab und bezeichnete sein Verhalten als «abartig und krank». Er könne es sich nicht erklären und möchte die Tat am liebsten ungeschehen machen.

Zweite Chance

Unter Tränen schilderte die Ex-Frau des Beschuldigten am Montag die Geschehnisse. Am Abend sei sie von ihrem damaligen Ehemann von der Arbeit abgeholt worden. Während der Fahrt habe er plötzlich beschleunigt und sei aggressiv gefahren. «Heute Abend gehen wir alle», habe er gesagt. Vor dem Unfall warf er ihr Handy aus dem Fenster raus und schlug sie.

Die Staatsanwaltschaft fordert für den Mann 36 Monate Gefängnis, davon 12 Monate unbedingt. Das Urteil wird für Mittwoch erwartet.

Suizidgedanken? Hier finden Sie Hilfe

Beratung:

Dargebotene Hand, Tel. 143, (143.ch)

Angebot der Pro Juventute: Tel. 147, (147.ch)

Kirchen (Seelsorge.net)


Anlaufstellen für Suizid-Betroffene:

Nebelmeer – Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils (Nebelmeer.net);

Refugium – Geführte Selbsthilfegruppen für Hinterbliebene nach Suizid (Verein-refugium.ch);

Verein Regenbogen Schweiz (Verein-regenbogen.ch).

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