Zu Gefängnis verurteilt: Mann baute Hanf an, um krankem Vater zu helfen
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Zu Gefängnis verurteiltMann baute Hanf an, um krankem Vater zu helfen

Aus den Pflanzen seiner Hanfplantage will ein 36-Jähriger ein Öl gepresst haben, das die Schmerzen seines kranken Vaters linderte. Nun wurde er verurteilt.

von
ced
Der Beschuldigte habe einen Teil des Hanfs verkauft, um mit dem Erlös die Plantage zu betreiben. Einen lukrativen Handel zu betreiben, sei nie sein Ziel gewesen.

Der Beschuldigte habe einen Teil des Hanfs verkauft, um mit dem Erlös die Plantage zu betreiben. Einen lukrativen Handel zu betreiben, sei nie sein Ziel gewesen.

Keystone/Alessandro Della Bella

Die Hanfplantage in seinem Haus im Bezirk Meilen hatte der 36-Jährige zwei Jahre lang betrieben. Im Winter 2016 kam ihm die Polizei auf die Schliche. Beim Prozess am Bezirksgericht gab der Mann laut der «Zürichsee-Zeitung» einen aussergewöhnlichen Grund für den Anbau an: Sein Vater sei schwer krank – das Einzige, was seine Schmerzen lindern könne, seien Cannabis-Wirkstoffe.

Die Medizin verabreichte der 36-Jährige seinem Vater in Form eines selbstgepressten Öls mit hohem THC-Gehalt. Dieses habe ihm zum Beispiel ermöglicht, schmerzfrei durchzuschlafen.

Wegen Drogenverkaufs verurteilt

Einen Teil des Hanfs verkaufte der Beschuldigte jedoch – und zwar rund ein Kilo pro Jahr. Den Gewinn von 8000 Franken verwendete er nach eigenen Angaben dazu, die Plantage zu betreiben. Es sei nie sein Ziel gewesen, einen lukrativen Handel zu betreiben – deshalb habe er das Cannabis auch nicht auf der Strasse, sondern ausschliesslich an Freunde und Bekannte verkauft.

Obwohl die Richterin die edlen Motive des Hanfbauers anerkannte, sprach sie von einem Fokus auf den Drogenhandel. Der Verkauf von einem Kilo pro Jahr könne nicht als unerheblich eingestuft werden. Hinzu komme, dass die Pflanzen teils deutlich über dem THC-Grenzwert von einem Prozent lagen, etwa bei 25 oder gar 55 Prozent. Das Urteil: Acht Monate Gefängnis bedingt, bei einer Probezeit von drei Jahren. Zudem muss der 36-Jährige eine Busse von 300 Franken zahlen.

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