Kanton St. Gallen : Mann (60) geht mit Steinen auf Blitzer los und dann sogar auf Polizisten

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Kanton St. Gallen Mann (60) geht mit Steinen auf Blitzer los und dann sogar auf Polizisten

Ein Mann (60) hat innerhalb einer Woche vier Mal einen Blitzer beschädigt. Das vierte Mal wurde er von Polizisten erwischt. Zwei davon hat er einen Stein nachgeworfen. Die Vorfälle kommen den Mann nun teuer zu stehen. 

von
Jeremias Büchel
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Ein Blechpolizist wurde mehrmals beschädigt (Symbolbild). 

Ein Blechpolizist wurde mehrmals beschädigt (Symbolbild). 

20min/Michael Scherrer
An der semistationären Anlage entstand Schaden von 6000 Franken (Symbolbild). 

An der semistationären Anlage entstand Schaden von 6000 Franken (Symbolbild). 

20min/Simon Glauser
Blitzer werden immer wieder mal von Vandalen heimgesucht. Dieser Blitzkasten in Basel wurde mit gelber Farbe besprayt.

Blitzer werden immer wieder mal von Vandalen heimgesucht. Dieser Blitzkasten in Basel wurde mit gelber Farbe besprayt.

20min/Oliver Braams

Darum gehts 

  • Im Sommer 2021 stand eine semistationäre Messanlage zur Geschwindigkeitsmessung an einer Strasse im Kanton St. Gallen. 

  • Offenbar zum Missfallen eines Mannes, der in der Nähe des temporären Radarstandorts wohnt. 

  • Er zerstörte die Anlage wiederholt. 

  • Dafür wurde er wegen Sachbeschädigung verurteilt. 

Zwecks Geschwindigkeitsmessungen stand im Sommer eine sogenannte semistationäre Messanlage der Kantonspolizei St. Gallen an einer Strasse im Norden des Kantons. Doch die Arbeit des «Blechpolizisten» wurde mehrfach arg behindert. Ganze vier Mal hat ein heute 60-Jähriger aus der Umgebung die Anlage kaputtgemacht. Dies indem er laut Strafbefehl der Staatsanwaltschaft St. Gallen mit einem Stein die Sichtverglasungen des Kamera- und Blitzfensters eingeschlagen hatte. Jedes Mal entstand ein Schaden von je 1500 Franken. 

Mit 1,5 Kilo schwerem Stein geworfen

Beim vierten Mal wurde der Mann jedoch von drei Polizisten beobachtet. Diese rannten darauf auf den Vandalen zu und riefen «Halt, Polizei!». Doch das nützte wenig: «Der Beschuldigte drehte sich nach links um in Richtung der Polizeibeamten, starrte die Polizeibeamten an, holte mit dem rechten Arm aus und warf den Stein, der 1,5 Kilo wog und den er in der rechten Hand hielt, wissentlich und willentlich unvermittelt in Richtung zweier Polizisten, welche ausweichen konnten, sodass der Stein auf die gegenüberliegende Seite der Strasse prallte», heisst es im Strafbefehl der St. Galler Staatsanwaltschaft. 

Mit 1,32 Promille intus Auto gefahren

Sein Verhalten bringt dem Mann nun zünftig Ärger ein, zumal er am selben Abend, kurz vor seinem vierten Vandalenakt, betrunken Auto gefahren ist. Er hatte mindestens 1,32 Promille intus. Die Staatsanwaltschaft verurteilte den 60-Jährigen kürzlich per Strafbefehle wegen mehrfacher Sachbeschädigung, Gewalt gegen Beamte und weiterer Delikte zu einer bedingten Geldstrafe von 110 Tagessätzen zu je 220 Franken (24’400 Franken). Diesen Betrag muss er allerdings nur bezahlen, wenn er innerhalb von zwei Jahren wieder straffällig wird. Berappen muss er hingegen eine Busse von 4700 Franken. Tut er dies nicht, muss er für 47 Tage ins Gefängnis. Zur Busse hinzu kommen Gebühren und Auslagen von rund 2850 Franken. Zudem wird die Polizei vermutlich eine Ersatzforderung von 6000 Franken stellen. Somit kommen Rechnungen von über 13’500 Franken auf den Mann zu. Gegen den Strafbefehl kann noch Einspruch erhoben werden. 

Blitzer mit Brandbeschleuniger übergossen und in Brand gesteckt

Dass Blitzer von Vandalen heimgesucht werden, kommt ab und zu mal vor. In Basel hat im Sommer 2019 sogar mal ein Blechpolizist gebrannt. «Nach 2896 Fotos wurde dieser Blitzer angezündet», titelte 20 Minuten damals. Dasselbe Gerät wurde später bei einem Farbanschlag von Grau auf Gelb «umgestaltet». 

Auch in Lütisburg SG wurde einmal ein Blitzer angezündet. Im Dezember 2018 wurde die semistationäre Anlage mit Brandbeschleuniger übergossen und angezündet. Die Feuerwehr rückte aus und löschte den Brand. Polizeisprecher Hanspeter Krüsi sagte damals, dass es immer wieder zu Vandalismus an Radaranlagen kommt. «Meistens finden wir die Täter», warnte er künftige potenzielle Vandalen. Solche Taten seien «absolut sinnlos». Krüsi: «Sie gehen auf Kosten der Steuerzahler und in ein paar Wochen steht der Kasten trotzdem wieder dort.»

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