22.10.2020 13:43

Versuchter Mord in ZürichFrau will Ehemann vergiften, weil er Freundin im Kosovo hat

Ein Ehepaar blieb sich nichts schuldig: Der Mann soll sie vergewaltigt haben und hatte eine Geliebte – die Ehefrau wollte ihn vergiften und erdrosseln.

von
Stefan Hohler
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Der Prozess gegen das Ehepaar dauert zwei Tage und findet vor dem Bezirksgericht Zürich statt. Die Frau ist seit zweieinhalb Jahren im Gefängnis. 

Der Prozess gegen das Ehepaar dauert zwei Tage und findet vor dem Bezirksgericht Zürich statt. Die Frau ist seit zweieinhalb Jahren im Gefängnis.

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Die Vergewaltigungen und der versuchte Mord sollen am damaligen Wohnort des Paares in Zürich-Nord stattgefunden haben. 

Die Vergewaltigungen und der versuchte Mord sollen am damaligen Wohnort des Paares in Zürich-Nord stattgefunden haben.

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Dem Ehepaar wird zusätzlich Sozialhilfemissbrauch in der Höhe von über 33’000 Franken zulasten der Stadt Zürich vorgeworfen.

Dem Ehepaar wird zusätzlich Sozialhilfemissbrauch in der Höhe von über 33’000 Franken zulasten der Stadt Zürich vorgeworfen.

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Darum gehts

  • Ein Ehepaar steht wegen Vergewaltigung und Mordversuch vor Gericht.

  • Der Ehemann soll seine Frau vergewaltigt haben, sie soll versucht haben, ihn zu vergiften und zu erwürgen.

  • Beiden wird zusätzlich Sozialhilfebetrug vorgeworfen.

  • Den zwei Niedergelassenen mit C-Bewilligung droht neben einer Strafe auch ein Landesverweis.

Die beiden Anklageschriften lesen sich wie ein Horror-Roman des amerikanischen Erfolgsschriftstellers Stephen King. Die erster Anklage betrifft einen heute 48-jährigen Pflegehelfer. Der Kosovare soll zwischen Dezember 2017 und April 2018 seine 53-jährige Ehefrau in der gemeinsamen Wohnung in Zürich-Nord dreimal vergewaltigt haben.

Dabei musste sie erotische Gegenstände anziehen und verwenden, auf allen Vieren über den Boden gehen und für ihn posieren – so wie er es in den zuvor gekauften Sexfilmen gesehen hatte, welche die Frau mit ihm anschauen musste. In einem anderen Fall musste sie eine mit Luftlöchern präparierte Plastiktüte über den Kopf ziehen, während der Mann sie missbrauchte. Zudem soll der Mann die Frau immer wieder geschlagen haben.

Gifttrank verabreicht

In der zweiten Anklageschrift geht es um versuchten Mord und betrifft die Ehefrau. Der ebenfalls im Pflegebereich tätigen Landsfrau wirft der Staatsanwalt vor, am Abend des 5. April 2018 dem Mann einen Gifttrank in der Wohnung verabreicht zu haben. Die Frau löste verschiedene, stark sedierende Medikamente in einem aus Weintrauben, Wasser und Honig gekochten Getränk auf. Als der Mann davon zwei Gläser trank, fiel er in einen Tiefschlaf.

Als die Ehefrau am nächsten Morgen bemerkte, dass der Mann noch am Leben war, legte sie dem Schlafenden ein Netzkabel um den Hals und zog kräftig zu. Der immer noch betäubte Mann erwachte und wehrte sich, worauf die Frau noch fester zuzog. Nur die beiden Kinder, welche durch den Lärm aufgeschreckt wurden und ins Zimmer stürmten, konnten die tödliche Strangulation verhindern, heisst es in der Anklageschrift.

Rache wegen Geliebter

Der Grund für den versuchten Mord war jedoch nicht Rache wegen der Vergewaltigungen, sondern der Umstand, dass der Ehemann in Kosovo eine wesentlich jüngere Freundin hatte. Diese wollte er in die Schweiz holen und heiraten. Zudem besass er in seinem Heimatland drei Häuser und ein Grundstück im Wert von 170’000 Euro. Die Ehefrau befürchtete, dass der Mann das Geld bei einer Scheidung für sich brauchen würde. Die Angst wurde dadurch verstärkt, dass er bereits eine Wohnung ausserhalb der Stadt gemietet hatte und an jenem verhängnisvollen Abend noch Gegenstände aus der gemeinschaftlichen Wohnung in Zürich-Nord holen wollte.

Nicht genug: Neben den beiden Hauptanklagepunkten wirft die Staatsanwaltschaft dem Ehepaar noch Sozialhilfebetrug vor. Es soll die Stadt Zürich um rund 33’000 Franken betrogen haben; die Ehefrau wird zusätzlich noch wegen Pfändungsbetrug in ähnlicher Höhe angeklagt.

Der Prozess findet Ende Monat vor dem Bezirksgericht Zürich statt und dauert zwei Tage. Der Staatsanwalt nennt die Strafanträge am Prozess. Die Frau soll zudem für 15 Jahre, der Ehemann für 10 Jahre des Landes verwiesen werden. Die Frau befindet sich seit der Tat im April 2018 im Gefängnis, er ist auf freiem Fuss.

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