Mels SG: Mann blendet Super-Puma-Piloten mit Laser – 5 Jahre Landesverweis gefordert
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Mels SGMann blendet Super-Puma-Piloten mit Laser – 5 Jahre Landesverweis gefordert

Ein 35-Jähriger steht am Montag vor Gericht, weil er die Besatzung eines Super Puma geblendet haben soll. Nebst bedingter Freiheitsstrafe wird auch ein Landesverweis für den Deutschen gefordert.

von
Leo Butie
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Ein Pilot und Co-Pilot eines Super Pumas wurden im Februar 2021 von einem Laserpointer geblendet (Symbolbild).

Ein Pilot und Co-Pilot eines Super Pumas wurden im Februar 2021 von einem Laserpointer geblendet (Symbolbild).

Kantonspolizei St. Gallen
An Bord des Helikopters befanden sich sieben Personen (Symbolbild).

An Bord des Helikopters befanden sich sieben Personen (Symbolbild).

Schweizer Armee
Der Pilot sowie der Co-Pilot blieben unverletzt und konnten den Übungsflug fortsetzen (Symbolbild).

Der Pilot sowie der Co-Pilot blieben unverletzt und konnten den Übungsflug fortsetzen (Symbolbild).

Schweizer Armee

Darum gehts

  • Ein in der Schweiz wohnhafter Deutscher richtete im Februar 2021 einen Laserpointer auf einen Super Puma der Schweizer Luftwaffe.

  • Im Helikopter befanden sich sieben Personen.

  • Rund zwei Minuten lang habe er die Besatzung mit dem Laserpointer geblendet.

  • Der 35-Jährige muss sich nun am Montag vor Gericht verantworten.

  • Die Staatsanwaltschaft fordert eine Geldstrafe, eine bedingte Freiheitsstrafe und einen fünfjährigen Landesverweis.

Im Februar des vergangenen Jahres befand sich ein Super-Puma-Helikopter der Schweizer Luftwaffe auf einem Übungsflug hoch über dem Walensee. Plötzlich bemerkten der Pilot sowie der Co-Pilot, dass sie von einem Laserstrahl geblendet werden.

Die Besatzung wurde ungefähr zwei Minuten lang geblendet. Sofort wurde die Polizei darüber informiert. Nach eineinhalb Stunden ermittelte die Polizei in Walenstadt SG den Beschuldigten, einen heute 35-jährigen Deutschen. Bei ihm wurde ein grüner Laserpointer der Klasse 3B gefunden. Er zeigte sich der Polizei gegenüber geständig. Am Montag muss sich der Mann vor dem Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland in Mels SG verantworten.

Von der Dachterrasse auf den Super Puma gezielt

Der Mann stieg laut Anklageschrift an jenem Abend, um 19.00 Uhr, auf seine Dachterrasse. Von dort aus zielte er mit dem Laserpointer auf den Super Puma. Durch den Vorfall blieben beide Piloten unverletzt und sie konnten den Übungsflug ohne weitere Zwischenfälle durchführen. 

Der Beschuldigte habe gemäss der Staatsanwaltschaft St. Gallen den Super Puma treffen wollen und habe weiter in Kauf genommen, dass der Pilot die Kontrolle über den Hubschrauber verliert. Zudem habe er  «schwerwiegende Verletzungen, insbesondere Augenverletzungen» der Piloten riskiert.

5 Jahre Landesverweis gefordert

Insgesamt werden dem Mann versuchte schwere Körperverletzung, versuchte Störung des öffentlichen Verkehrs und versuchte Störung des Militärdienstes vorgeworfen. Weiter habe er gegen das Gesetz über den Schutz vor Gefährdungen durch nicht ionisierende Strahlung und Schall (NISSG) verstossen, das den Umgang mit Laserpointern festlegt.

Die Staatsanwaltschaft fordert eine bedingte Freiheitsstrafe von acht Monaten, eine Busse von 350 Franken und eine Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu 110 Franken (1650 Franken). Weiter soll der Deutsche für fünf Jahre des Landes verwiesen werden. Für den Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. 

Mehrere Blendungen im Jahr

Blendungen durch Laser kommen immer wieder Mal vor, wie etwa die Rega und die Luftwaffe auf Anfrage mitteilen. «Helikopter-Crews verzeichnen jedes Jahr mehrere solche Vorfälle», heisst es etwa bei der Rega. «Die Laser-Blendattacken werden von unseren Piloten jeweils rapportiert und dem Bundesamt für Zivilluftfahrt Bazl gemeldet.» Beim Bazl wird über die Blendungen Statistik geführt.

Die Zahlen zeigen: In den vergangen sechs Jahren wurden in der Schweiz 49 Fälle von Laserblendungen auf Helikopter registriert. Hinzu kommen 63 Blendungen auf Schweizer Helikopter auf ausländischem Gebiet. Bei zivilen Flugzeugen, also beispielsweise auch solche der Swiss oder Helvetic, wurden im Inland 363, im Ausland 661 Laserblendungen gezählt. Die Zahlen beziehen sich ebenfalls auf die vergangenen sechs Jahren.

Mitarbeitende vom Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit BAZG ziehen regelmässig Laserpointer aus dem Verkehr. Seit Sommer 2019 wurden laut Zahlen vom Bund 770 Laserpointer beschlagnahmt. Davon wurden fast hundert bei Personenkontrollen festgestellt, rund 670 bei Warenkontrollen, etwa von Brief- und Paketsendungen.
(jeb)

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