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Medizinisches PhänomenMann braut «Bier» im eigenen Bauch

Die Alkoholprobe eines 61-jährigen Texaners in der Notaufnahme zeigt 3,7 Promille. Doch der Mann hat gar nichts getrunken - er leidet an einer seltenen Krankheit.

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Ein Texaner braut Bier in seinem eigenen Bauch. (Symbolbild: Keystone)

Ein Texaner braut Bier in seinem eigenen Bauch. (Symbolbild: Keystone)

Die Ärzte machten sich wochenlang lustig über einen 61-jährigen Patienten, der innert kurzer Zeit fünf Mal in die Notfallaufnahme eines Spitals in Texas gebracht wurde. Die begleitende Ehefrau meinte, ihr Mann wirke sehr betrunken. Der Patient selbst erzählte etwas unartikuliert, dass ihm oft schwindlig sei. Die Proben ergaben bei jedem Besuch, dass der Mann hohe Alkoholwerte im Blut hatte. Beim letzten Mal zeigte die Alkoholprobe 3,7 Promille an.

Ehefrau und Mediziner meinten, dass sie es mit einem Alkoholiker zu tun hatten. Der Patient versichert jedoch, keinen Tropfen Alkohol angerührt zu haben. Die Symptome tauchten immer zu den ungünstigsten Zeitpunkten auf: Sonntagmorgen während des Kirchenbesuchs oder am Steuer seines Autos, auf dem Weg zur Arbeit. Keiner wollte dem Texaner glauben, dass er nichts getrunken hatte.

Für den Alkohol an der Bar muss er wieder bezahlen

Nachdem einige Untersuchungen durchgeführt wurden, stellten die Ärzte dann aber fest, dass der Mann an der sogenannten «Auto-Brauerei-Krankheit» leide: Im Darm des Patienten angesiedelte Hefepilze regten in Zusammenarbeit mit Glukose, bestimmten Bakterien und Kohlenhydraten einen Gärungsprozess an, der letztendlich eine bierähnliche Substanz produzierte.

Dem Texaner konnte mit einer Diät geholfen werden. Ein pilzhemmendes Präparat soll ausserdem dafür sorgen, dass der alkoholbildende Prozess in seinem eigenen Bauch gestoppt wird.

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