Westjordanland: Mann ersticht israelisches Mädchen

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WestjordanlandMann ersticht israelisches Mädchen

In Israel folgt eine Gewalttat der nächsten. Bei Messerattacken ist am Montag eine Jugendliche ums Leben gekommen, mehrere Personen wurden verletzt.

Am Montagvormittag wurde an einer Bahnstation in Tel Aviv  ein Soldat erstochen.

Am Montagvormittag wurde an einer Bahnstation in Tel Aviv ein Soldat erstochen.

Zwei Messerattacken haben die Lage in Israel und den Palästinensergebieten am Montag weiter verschärft. Im Westjordanland erstach laut Polizei ein Palästinenser ein israelisches Mädchen und verletzte zwei weitere Menschen, bevor er selbst erschossen wurde. Zuvor war in Tel Aviv ein israelischer Soldat schwer verletzt worden. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte an, Gewalt von Palästinensern und Arabern im Land mit allen Mitteln zu stoppen.

Schon seit Wochen gibt es in Ostjerusalem Krawalle. Mehrfach fuhren Palästinenser mit Autos in Menschenmengen. Am Wochenende kamen Proteste gegen die Tötung eines arabischen Israeli durch die Polizei im Norden des Landes hinzu.

Messerattacke auf Soldat an Bahnstation

Am Montagmorgen folgte dann zunächst die Messerattacke auf den Soldaten an einer Bahnstation im Zentrum von Tel Aviv. Nach Darstellung der Polizei wurde ein Palästinenser als Tatverdächtiger festgenommen. Er stamme aus der Stadt Nablus im Westjordanland und habe sich illegal in Israel aufgehalten. «Er wird derzeit verhört», sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld.

Zu dem Zwischenfall im Westjordanland hiess es, ein Palästinenser habe auf drei Israelis an einer Bushaltestelle in der Nähe der jüdischen Siedlung Alon Schwut eingestochen und sei daraufhin von einem Wachmann erschossen worden. Ein angegriffenes Mädchen starb.

Netanjahu will Unruhen nicht tolerieren

Regierungschef Netanjahu hatte schon am Wochenende betont, Israel werde Unruhen nicht tolerieren. Unter anderem drohte er damit, allen die Staatsbürgerschaft zu entziehen, die zur Zerstörung Israels aufrufen. Am Montag kündigte er vor Mitgliedern seiner Likud-Partei zudem an, die Häuser von Unruhestiftern niederzureissen.

Palästinensischen Demonstranten in Israel empfahl Netanjahu den Umzug ins Westjordanland oder in den Gazastreifen. «Glaubt mir: Wir werden euch keine Steine in den Weg legen», sagte der Regierungschef.

Streit um Tempelberg

Ausgangspunkt der jüngsten Unruhen ist der Streit über den Zugang zum Tempelberg, der sowohl Juden als auch Muslimen heilig ist. Auch am Montag zogen Demonstranten mit Flaggen der radikalislamischen Hamas durch Ostjerusalem.

Doch liegen die Ursachen der Zuspitzung viel tiefer. Im Frühjahr waren monatelange Friedensgespräche zwischen Israel und der palästinensischen Autonomiebehörde gescheitert, im Sommer führten Israel und die Hamas dann im Gazastreifen 50 Tage lang Krieg gegeneinander.

Weitere Wohnbauprojekte angekündigt

Schliesslich kündigte Israel weitere Wohnungsbauprojekte in Ostjerusalem an. Das stösst auch international auf heftige Kritik, weil sich die Palästinenser Ostjerusalem als Hauptstadt ihres künftigen Staats wünschen und die Bauprojekte den Zugang zum Westjordanland kappen würden.

Am Sonntag entschied die Regierung, israelisches Recht auf jüdische Siedlungen im Westjordanland auszudehnen. Kritiker sehen darin einen Schritt in Richtung hin zu einer De-Facto-Annexion des Westjordanlands, das formal unter Kontrolle der Palästinensischen Autonomiebehörde steht und Teil des künftigen Staats Palästina werden soll. (sda)

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