30.09.2019 02:52

Urteil

Mann fast gelähmt – Türsteher ist schuldlos

Ein Luzerner Türsteher ist nicht verantwortlich für den Halswirbelbruch eines Betrunkenen im Jahr 2014.

von
nob
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Dem heute 46-jährigen Türsteher hatten Staatsanwaltschaft und Privatkläger vorgeworfen, in einer Mai-Nacht kurz vor Betriebsschluss einem aggressiven Gast den Hals gebrochen zu haben, als er ihn zu Boden führte. Wegen eventualvorsätzlicher schwerer Körperverletzung und Unterlassen der Nothilfe forderte die Anklage drei Jahre Gefängnis teilbedingt.

Dem heute 46-jährigen Türsteher hatten Staatsanwaltschaft und Privatkläger vorgeworfen, in einer Mai-Nacht kurz vor Betriebsschluss einem aggressiven Gast den Hals gebrochen zu haben, als er ihn zu Boden führte. Wegen eventualvorsätzlicher schwerer Körperverletzung und Unterlassen der Nothilfe forderte die Anklage drei Jahre Gefängnis teilbedingt.

Gerichte Luzern
Das 34-jährige Opfer war mit einer Flasche auf den Türsteher losgegangen. Der 120-Kilo-Sicherheitsmann bändigte den Betrunkenen, indem er dessen Arm hinter den Rücken drehte und Pfefferspray einsetzte. So zu Boden gebracht, bewegte sich der Angreifer plötzlich nicht mehr.

Das 34-jährige Opfer war mit einer Flasche auf den Türsteher losgegangen. Der 120-Kilo-Sicherheitsmann bändigte den Betrunkenen, indem er dessen Arm hinter den Rücken drehte und Pfefferspray einsetzte. So zu Boden gebracht, bewegte sich der Angreifer plötzlich nicht mehr.

Gerichte Luzern
Die plötzliche Regungslosigkeit trotz eingesetztem Pfefferspray war für den Anwalt des Opfers Beleg dafür, dass sich sein Mandant die Verletzung beim Eingriff des Türstehers zugezogen haben muss.

Die plötzliche Regungslosigkeit trotz eingesetztem Pfefferspray war für den Anwalt des Opfers Beleg dafür, dass sich sein Mandant die Verletzung beim Eingriff des Türstehers zugezogen haben muss.

Gerichte Luzern

Dem heute 46-jährigen Türsteher hatten Staatsanwaltschaft und Privatkläger vorgeworfen, in einer Mai-Nacht kurz vor Betriebsschluss einem aggressiven Gast den Hals gebrochen zu haben, als er ihn zu Boden führte. Wegen eventualvorsätzlicher schwerer Körperverletzung und Unterlassen der Nothilfe forderte die Anklage drei Jahre Gefängnis teilbedingt.

Das 34-jährige Opfer war mit einer Flasche auf den Türsteher losgegangen. Der 120-Kilo-Sicherheitsmann bändigte den Betrunkenen, indem er dessen Arm hinter den Rücken drehte und Pfefferspray einsetzte. So zu Boden gebracht, bewegte sich der Angreifer plötzlich nicht mehr.

Die Polizei brachte ihn zur Ausnüchterung auf den Posten, ein Arzt stellte sodann eine Verletzung fest, wonach der Mann ins Spital gebracht wurde. Dort stellten die Ärzte die Diagnose Halswirbelbruch mit akuter Halbseitenlähmung. Er wurde notoperiert und kam ins Paraplegikerzentrum Nottwil. Heute kann er wieder gehen, worüber sich der Angeklagte vor Gericht erfreut zeigte.

Mann war fast gelähmt

Die plötzliche Regungslosigkeit trotz eingesetztem Pfefferspray war für den Anwalt des Opfers Beleg dafür, dass sich sein Mandant die Verletzung beim Eingriff des Türstehers zugezogen haben muss. Das Verletzungsbild stimme zudem mit dem geschilderten Vorgang überein. Die Verletzung sei typisch für Druck von hinten gegen die Halswirbelsäule mit Rotation des Kopfes.

«Sturzbetrunken»

Ganz anders interpretierte die Verteidigung die Regungslosigkeit. Der Gast sei erwiesenermassen «sturzbetrunken» gewesen, da stehe eben nicht mehr auf, wer einmal am Boden liege. Erwiesen sei dagegen, dass die Polizisten das Opfer unzimperlich in den Einsatzwagen bugsiert hätten. Der Halswirbelbruch dürfte zu einem späteren Zeitpunkt passiert sein, ein Freispruch für den Angeklagten sei die einzige Möglichkeit.

Dem folgte das Luzerner Kriminalgericht, wie aus dem Urteil hervorgeht, das am Sonntag veröffentlicht wurde. Es liegt erst im Dispositiv vor und ist somit noch nicht rechtskräftig. Die Verfahrenskosten von 12'000 Franken muss der Staat übernehmen.

(nob/sda)

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