St. Gallen: Mann filmt seine Affären heimlich beim Sex

Publiziert

St. GallenMann filmt seine Affären heimlich beim Sex

Ein heute 27-Jähriger muss sich am Freitag vor Gericht verantworten. Dies, weil er seine Affären heimlich beim Sex filmte und eine gar vergewaltigt haben soll.

von
taw
1 / 6
Der Beschuldigte muss sich am Freitag vor dem Kreisgericht St. Gallen verantworten. Dies, weil er seine Affären heimlich beim Sex filmte und eine sogar vergewaltigt haben soll.

Der Beschuldigte muss sich am Freitag vor dem Kreisgericht St. Gallen verantworten. Dies, weil er seine Affären heimlich beim Sex filmte und eine sogar vergewaltigt haben soll.

20M
Eine der Privatklägerinnen war am 8. Januar 2016 mit ihrem Stiefbruder in St. Gallen im Ausgang. In einem Club traf sie unter anderem auf den Beschuldigten, mit dem sie während rund zwei Jahren eine geheime Affäre hattem

Eine der Privatklägerinnen war am 8. Januar 2016 mit ihrem Stiefbruder in St. Gallen im Ausgang. In einem Club traf sie unter anderem auf den Beschuldigten, mit dem sie während rund zwei Jahren eine geheime Affäre hattem

Google Maps
Sie schrieb ihm dann via WhatsApp, ob er Lust auf Sex habe. Er bejahte.

Sie schrieb ihm dann via WhatsApp, ob er Lust auf Sex habe. Er bejahte.

AP/Martin Meissner

Der Beschuldigte liess offenbar nichts anbrennen. Nebst seiner Freundin hatte er mehrere Affären, wie aus der Anklageschrift hervorgeht. Eine davon war am 8. Januar 2016 in St. Gallen im Ausgang. Laut Anklage trank sie auf nüchternen Magen einige Wodkas und Bier und war in den frühen Morgenstunden erheblich alkoholisiert. In einem Club traf sie dann auf den Beschuldigten, mit dem sie während rund zwei Jahren eine geheime Affäre hatte. Via WhatsApp fragte sie ihn gemäss Anklageschrift, ob er Sex wolle. Er bejahte.

Die beiden trafen sich dann bei ihm zu Hause. Er soll dann zuerst alleine in sein Schlafzimmer gegangen sein, wo er ohne ihr Wissen die Videokamera seines Handys einschaltete.

Mit Schlägen den Willen gebrochen

Nach kurzem Vorspiel soll es zum Geschlechtsverkehr gekommen sein. Dabei fiel sie laut Anklage aus dem Bett und schlug mit dem Hinterkopf auf dem Boden auf. Sie habe über Kopfschmerzen geklagt und wollte nicht weitermachen. «Der Beschuldigte versuchte erfolglos, sie zu stimulieren und zum Weitermachen zu überreden und zu drängen», heisst es in der Anklageschrift. Es nützte aber nichts, und so schaltete er vorerst die Kamera aus.

Irgendwie wollte er sich aber dann doch nicht damit abfinden und drängte sie, den Beischlaf fortzusetzen. Sie weigerte sich, da ihr vom Alkoholkonsum übel war und sie Kopfschmerzen hatte. «Um den Geschlechtsverkehr wieder aufnehmen zu können, schlug er ihr wiederholt ins Gesicht und in den Oberkörper», so die Anklage. Sie habe mehrfach vergeblich versucht zu flüchten. Sie soll sich auch gewehrt haben und zu schreien begonnen haben, aber der Beschuldigte zog sein Ding durch und vollzog den Beischlaf an ihr. Auch danach soll er sie noch geschlagen haben.

Gegen 4.50 Uhr verliess sie schliesslich die Wohnung und ging nach Hause. Dort angekommen habe sie ihrem Freund alles erzählt. Dieser habe dann die ohnehin kriselnde Beziehung beendet. Kurz nach 9 Uhr traf sie bei der Notfallaufnahme ein und schilderte dort die Vergewaltigung. Eine Mitarbeiterin des Spitals informierte schliesslich die Kantonspolizei St. Gallen.

Freundin verprügelt

Zwei weitere Frauen wurden ebenfalls ohne ihr Wissen beim Sex gefilmt. In einem Fall wurden die Aufnahme vom Beschuldigten laut Anklage sogar an Kollegen weitergeschickt.

Ab Juni 2014 war der Beschuldigte laut Anklage eigentlich in einer Beziehung. Mit seiner Freundin wohnte er 2015 während einer Zeit sogar zusammen. In dieser Zeit sollen auch die Misshandlungen gegenüber seiner Freundin begonnen haben. So soll er sie mehrfach gewürgt, geschlagen und getreten haben.

Ende Juni 2015 eskalierte die Situation. Nach einem Streit habe sie die Beziehung beenden wollen. Da hat er sie laut Anklage derart verprügelt, dass sogar er einsah, dass sie in die Notaufnahme musste. «Um gegen aussen den Schein zu wahren und nicht als Schläger von Frauen auftreten zu müssen, erdachte er sich eine Geschichte zur Verletzungsursache», heisst es in der Anklageschrift.

Am Freitag muss sich der Mann nun vor dem Kreisgericht St. Gallen verantworten. Dies wegen Vergewaltigung, mehrfacher Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahmegeräte, Tätlichkeiten, Nötigung, versuchter schwerer Körperverletzung und versuchter Anstiftung zu falschem Zeugnis.

Die Staatsanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren und eine Busse.

Die Öffentlichkeit ist von der Verhandlung ausgeschlossen.

Deine Meinung