Sexualdelikt vor Strafgericht BS – Mann folgte Mädchen (10) in WC und bedrängte sie in Kabine
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Sexualdelikt vor Strafgericht BSMann folgte Mädchen (10) in WC und bedrängte sie in Kabine

Ein 37-Jähriger verfolgte ein Mädchen in einem Basler Hotel auf die Restaurant-Toilette, wo er sich mit einer Münze Zutritt in ihre Kabine verschafft haben soll. Die Zehnjährige konnte dem Mann knapp entkommen. Am Mittwoch steht er vor Gericht.

von
Steve Last
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Ein 37-Jähriger soll im September 2021 versucht haben, sexuelle Handlungen an einer Zehnjährigen vorzunehmen. Dazu soll er ihr auf das WC eines Hotels am Kleinbasler Rheinufer gefolgt sein und sich dort mit ihr eingeschlossen haben.

Ein 37-Jähriger soll im September 2021 versucht haben, sexuelle Handlungen an einer Zehnjährigen vorzunehmen. Dazu soll er ihr auf das WC eines Hotels am Kleinbasler Rheinufer gefolgt sein und sich dort mit ihr eingeschlossen haben.

PantherMedia / Péter Gudella
Der Beschuldigte hatte das Mädchen gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft beobachtet und passte ihm gezielt in der Toilette ab.

Der Beschuldigte hatte das Mädchen gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft beobachtet und passte ihm gezielt in der Toilette ab.

Google Street View
Das Mädchen wehrte sich gegen den Mann, schreibt die Staatsanwaltschaft, und entkam. Der Beschuldigte habe das Hotel über die Rheingasse verlassen.

Das Mädchen wehrte sich gegen den Mann, schreibt die Staatsanwaltschaft, und entkam. Der Beschuldigte habe das Hotel über die Rheingasse verlassen.

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Darum gehts

  • Im September 2021 soll ein 37-jähriger Mann einem zehnjährigen Mädchen auf die Toilette eines Basler Hotels gefolgt sein.

  • Laut der Staatsanwaltschaft schloss er sich dort mit ihr ein, um sexuelle Handlungen an ihr vorzunehmen. Sie sei ihm aber entkommen.

  • Die Behörde erhebt Anklage wegen Sexualdelikten und Freiheitsberaubung. Am Mittwoch wird der Fall vor dem Strafgericht Basel-Stadt verhandelt.

Das zehnjährige Mädchen befand sich im September 2021 mit seiner Familie im Aussenbereich eines Hotels am Kleinbasler Rheinufer. Sie ging alleine auf die Toilette, wohin ihr ein 37-jähriger, ihr unbekannter Mann folgte, wie die Staatsanwaltschaft schreibt. Nachdem er sich mehrfach vergewissert habe, dass sonst niemand in der Nähe ist, habe er die Kabine, wo sich das Mädchen befand, mit einer Münze aufgeschlossen. Dann sei er eingetreten, habe die Tür sofort verschlossen und seine Hose heruntergelassen.

Das Mädchen sei überrumpelt gewesen, was es dem Beschuldigten ermöglicht habe, seinem Tatplan weiter zu folgen. Er habe versucht, ihr die Hose herunterzureissen. Als das misslang, habe er sie dazu aufgefordert, sie solle sie selber ausziehen. Als sie schrie, habe er ihr den Mund zugehalten. «Er wollte ihren Widerstand brechen, damit sie es über sich ergehen lässt», so die Staatsanwaltschaft. Sie hat Anklage wegen sexueller Handlungen mit Kindern, sexueller Nötigung und Freiheitsberaubung erhoben. Der Fall wird am Mittwoch verhandelt.

Mädchen wehrt sich und flieht

Trotz des Schocks konnte sich das Mädchen aber zur Wehr setzen. «Schliesslich gelang es ihr dennoch, den Beschuldigten von sich wegzustossen, sich zu befreien und aus der Toilette zu fliehen», steht in der Anklageschrift. Ihm sei es nicht gelungen, sie daran zu hindern: Das Mädchen habe gut reagiert und der Beschuldigte sei wegen seiner eigenen heruntergelassenen Hose in seiner Bewegung eingeschränkt gewesen.

Nach der Flucht des Mädchens habe er seine Hose wieder hochgezogen und das Hotel auf der Seite der Rheingasse verlassen, also auf der anderen Seite des Gebäudes, wo sich die Familie aufhielt. Beamte der Kantonspolizei konnten ihn aber kurz darauf anhalten und festnehmen.

Ausschaffung für Mann mit «Beuteschema»?

Beim Beschuldigten handelt es sich um einen in Basel wohnhaften deutschen Staatsangehörigen. Somit droht ihm wegen gleich drei der vier angeklagten Straftaten ein obligatorischer Landesverweis: sexuelle Nötigung, sexuelle Handlungen mit Kindern und Freiheitsberaubung und Entführung. Auch wenn die Anklage im ersten und dritten Punkt Versuche in Betracht zieht, also nicht vollendete Delikte, wäre eine Verurteilung dennoch ausreichend für eine Ausschaffung.

Zudem erweckt die Anklageschrift den Eindruck, dass es sich beim Beschuldigten um einen Wiederholungstäter handelt. So ist etwa die Rede von einem «Beuteschema». Die Formulierung wird im Dokument nicht begründet. Der Mann sei zwar in der Schweiz vorbestraft, jedoch nicht einschlägig. Und andere Sexualdelikte werden ihm nicht vorgeworfen. Möglich ist aber, dass er in einem anderen Land bereits in diesem Zusammenhang aufgefallen ist. Sollte die Staatsanwaltschaft aufzuzeigen versuchen, dass der 37-Jährige weiterhin gefährlich ist, dürfte sie während der Hauptverhandlung darauf eingehen.

Bist du minderjährig und von sexualisierter Gewalt betroffen? Oder kennst du ein Kind, das sexualisierte Gewalt erlebt?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Kokon, Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Castagna, Beratungsstelle bei sexueller Gewalt im Kindes- und Jugendalter

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Bist du selbst pädophil und möchtest nicht straffällig werden? Hilfe erhältst du bei Forio und bei den UPK Basel.

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