Berner Regionalgericht: Mann ging zugedröhnt auf Rettungssanitäter los
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Berner RegionalgerichtMann ging zugedröhnt auf Rettungssanitäter los

Ein Mann attackierte im Mai 2019 zwei Rettungssanitäter und verletzte sie. Nun muss er sich dafür vor dem Regionalgericht verantworten.

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Vor dem Regionalgericht stand diese Woche ein bald 20-jähriger Mann.

Vor dem Regionalgericht stand diese Woche ein bald 20-jähriger Mann.

Keystone
Im Mai 2019 hatte er zwei Rettungssanitäter angegriffen und verletzt.

Im Mai 2019 hatte er zwei Rettungssanitäter angegriffen und verletzt.

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Abgespielt hat sich das Ganze auf der grossen Schanze.

Abgespielt hat sich das Ganze auf der grossen Schanze.

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Darum gehts

  • Im Mai letzten Jahres ging ein junger Mann auf zwei Rettugssanitäter los.
  • Die beiden mussten daraufhin verletzt ins Spital.
  • Diese Woche musste sich der Täter vor dem Regionalgericht verantworten.
  • Zum Tatzeitpunkt war er mit Benzodiazepinen zugedröhnt.

Am späten Abend des 21. Mai 2019 geht bei der Sanitätspolizei Bern der Notruf ein, dass ein junger Mann nach einem Streit mit seiner Freundin gestürzt sei und bewusstlos auf dem Boden liege. Umgehend rücken zwei Einsatzkräfte, ein Mann und eine Frau, an den Ort des Geschehens aus. Dort wird das vermeintliche Opfer zum Täter: Wieder auf den Beinen, greift der junge Mann die beiden Sanitäter tätlich an. Erst durch das Eingreifen von Unbeteiligten lässt er von ihnen ab. Die Rettungskräfte müssen sich anschliessend in Spitalpflege begeben.

Anfang Woche musste sich der Angreifer vor dem Regionalgericht verantworten, wie die «Berner Zeitung» berichtet. Das alles tue ihm sehr leid, gab der Beschuldigte gegenüber dem Richter an. An die Tat erinnern kann er sich jedoch nicht. Der Grund: Der bald 20-Jährige war seit Monaten süchtig nach Benzodiazepinen – Beruhigungsmittel, die etwa bei Angstzuständen oder Schlafstörungen verschrieben werden. Auch an jenem Abend war er zugedröhnt. Einmal im Rausch, würden es «Xanax-Junkies» mit allen aufnehmen, wird die anwesende Staatsanwältin zitiert.

Weitere Delikte

Bereits in den Wochen vor der Attacke auf die Sanitäter war der Beschuldigte straffällig geworden. Angeklagt ist er unter anderem wegen Hausfriedensbruch, Diebstahl sowie Gewalt und Drohung gegen Beamte. Mittlerweile lebt er clean in einem Massnahmenzentrum und macht eine Therapie.

Im Hinblick auf seinen Aussetzer auf der Grossen Schanze kam ein Gutachten zum Schluss, dass der junge Mann aufgrund des toxischen Cocktails schuldunfähig sei. Sowohl Verteidigung als auch Anklage teilen diese Ansicht. Was die anderen Delikte betrifft, fordert die Staatsanwältin eine unbedingte Freiheitsstrafe von 9 Monaten – die Verteidigung hält eine bedingte Geldstrafe von 400 Franken für ausreichend. Das Urteil erfolgt am Mittwoch.

(sul)

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