04.07.2019 04:48

OP und StrafanzeigeMann glaubt, Fasnächtler würden Polizei spielen

Weil ein Mann davon ausging, Polizisten seien bloss verkleidet, geriet er in Schwierigkeiten. Dies hat nun Folgen für alle Beteiligten.

von
nob
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Zwei Beamte der Luzerner Polizei vor dem Rathaussteg, der an der Fasnacht aus Sicherheitsgründen manchmal gesperrt wird. (Symbolbild)

Zwei Beamte der Luzerner Polizei vor dem Rathaussteg, der an der Fasnacht aus Sicherheitsgründen manchmal gesperrt wird. (Symbolbild)

Keystone/Alexandra wey
Mit der Massnahme beim Rathaussteg werden die Besucherströme Unter der Egg reguliert.(Symbolbild)

Mit der Massnahme beim Rathaussteg werden die Besucherströme Unter der Egg reguliert.(Symbolbild)

Keystone/Alexandra wey
Zwei Polizisten auf einem Rundgang an der Fasnacht. (Symbolbild)

Zwei Polizisten auf einem Rundgang an der Fasnacht. (Symbolbild)

Keystone/urs Flueeler

Die Stadt Luzern sperrt seit 2017 jeweils während der Fasnacht zu gewissen Zeiten den Rathaussteg. So soll Stau verhindert und einer Massenpanik vorgebeugt werden – aber genau das glaubte ein 68-jähriger Fasnächtler nicht. Er dachte, bei den Polizisten handle es sich um verkleidete Fasnächter, die hier nur ein Sujet hätten, wie Zentralplus.ch berichtete. Früher sei von ihm dort an der Fasnacht einmal «Wegzoll» verlangt worden, aber damals seien es echte Fasnächtler gewesen, also falsche Polizisten. Der Mann habe deshalb geglaubt, es sei wieder so.

Falscher Wegzoll an der Fasnacht

Wie der Mann dem Newsportal schildert, wollte er in der Nacht vom 3. März die Brücke zur Altstadt überqueren. Dabei versperrten ihm Uniformierte den Weg, er glaubte an einen Scherz. Auch hätten sich die uniformierten Polizisten geweigert, ihm einen Ausweis zu zeigen. Dies hätte ihn im Glauben bestärkt, es mit Spassvögeln zu tun zu haben, so der Mann gegenüber dem Portal. Als diese ihm gesagt hätten, er solle sich ausweisen, weigerte er sich.

Ein Strafbefehl und Verfahren gegen Beamte

Zwei weitere Polizisten erschienen am Ort des Geschehens, der Mann wurde überwältigt, so erzählt er weiter. «Völlig ausgerastet», seien diese. Er sei zu Boden gedrückt und am Ellbogen verletzt worden, später sei eine OP nötig geworden. Die Schmerzen spüre der 68-Jährige bis heute. Obendrein hat der Mann nun einen Strafbefehl über 2500 Franken erhalten. Grund: Hinderung einer Amtshandlung, worauf er Einsprache erhob, der Fall ist hängig. Er wiederum hätte eine Polizistin und drei Polizisten wegen einfacher Körperverletzung angezeigt.

Probleme wegen Uniform an Fasnacht

Urs Wigger von der Medienstelle der Luzerner Polizei sagte auf Anfrage, es sei selten der Fall, dass Fasnächtler glauben, echte Polizisten an den rüüdigen Tagen seien nur verkleidet. Meistens habe dies eher mit dem entsprechenden Alkoholpegel zu tun. In einem solchen Fall würden sich uniformierte wie auch zivile Beamte mit dem Polizeiausweis ausweisen. Dass im vorliegenden Fall der Mann behaupte, dies sei nicht geschehen, sei Gegenstand eines laufenden Verfahrens. Zu diesem nehme die Polizei keine Stellung.

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