Aktualisiert 09.05.2018 10:58

Spiez BEMann hat Sex mit Frau, obwohl sie bewusstlos ist

Ein Mann schändete 2016 eine völlig betrunkene Frau. Nun wurde er zu zehn Monaten bedingt verurteilt.

von
ber
Das Regionalgericht Berner Oberland verurteilte den Mann wegen Schändung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zehn Monaten.

Das Regionalgericht Berner Oberland verurteilte den Mann wegen Schändung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zehn Monaten.

Keystone/Marcel Bieri

Sie kannten einander und so bot die Frau dem Mann ein Bett für eine Nacht an. Er hatte seinen Zug verpasst und die beiden waren sehr betrunken.

Noch über zwei Jahre später beschäftigt sie diese Nacht. Zu Hause angekommen richtete die Frau das Sofabett her und danach setzte ihre Erinnerung für etwa zwanzig Minuten aus, wie das «Thuner Tagblatt» schreibt.

Er hatte den Eindruck, sie willige ein

Ein Paar waren die beiden zwar nicht und doch war es bereits vor dieser durchzechten Nacht zu einvernehmlichem Sex gekommen. So machte sich der Mann daran, sie auszuziehen: Sie hob die Arme, um den Pullover abzustreifen und sass vom Sofabett auf, damit er ihr die Hose besser ausziehen konnte. Dies erweckte für ihn den Eindruck, sie willige ein, mit ihm Sex zu haben.

Dass sie sich dabei nicht regte, sei ihm nicht aufgefallen. Sie reagierte auch nicht, als er ihre Brüste und Genitalien berührte. Im Video, in dem er den Akt festhält, sagt er zu ihr: «Du kannst doch nicht so weggetreten sein?»

Also bemerkte er doch, dass etwas nicht stimmte? Er hörte jedoch nicht auf, sie zu berühren und zu filmen. Als sie aus dem komatösen Zustand erwachte, war sie wütend darüber, nackt zu sein und gefilmt zu werden. Zwei Monte später zeigte sie ihn an.

Sie befindet sich in Therapie

Am Dienstag stand der Mann wegen der Vorfälle vom Januar 2016 vor dem Regionalgericht Oberland in Thun. Er wurde der Schändung schuldig gesprochen. Von Schändung spricht man, wenn eine urteils- oder widerstands­unfähige Person sexuell missbraucht wird. Von dem Moment an, als er gemerkt habe, dass sie total betrunken und nicht bei Sinnen gewesen sei, hätte er abbrechen müssen, begründete der Richter seinen Entscheid.

Der Mann wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt. Zudem wurde er wegen Drogenhandels mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen und einer Verbindungsbusse bestraft. Die Frau erhält eine Genugtuung von 5000 Franken. Sie leide seit der Tat an Angstattacken und befinde sich in Therapie.

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