Virus als Ferienmitbringsel: Mann in England mit Affenpockenvirus infiziert
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Virus als MitbringselMann in England an Affenpocken erkrankt

Nach einem Nigeria-Aufenthalt ist ein Mann aus Grossbritannien am Affenpockenvirus erkrankt. Er wird in London behandelt. Fachleute schätzen die Gefahr für Menschen als eher gering ein.

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Die britische Gesundheitsbehörde UKHSA meldet, dass bei einer Person in England Affenpocken diagnostiziert wurden.

Die britische Gesundheitsbehörde UKHSA meldet, dass bei einer Person in England Affenpocken diagnostiziert wurden.

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«Der Patient reiste vor kurzem aus Nigeria ein, wo er sich vermutlich infiziert hat, bevor er in das Vereinigte Königreich reiste»,  heisst es in einer Mitteilung. 

«Der Patient reiste vor kurzem aus Nigeria ein, wo er sich vermutlich infiziert hat, bevor er in das Vereinigte Königreich reiste»,  heisst es in einer Mitteilung. 

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Die Übertragung findet in der Regel durch den Konsum von sogenanntem Bushmeat statt – dem Fleisch afrikanischer Wildtiere. 

Die Übertragung findet in der Regel durch den Konsum von sogenanntem Bushmeat statt – dem Fleisch afrikanischer Wildtiere. 

Wikimedia Commons/Rberchie/CC BY-SA 4.0

Darum gehts

In Grossbritannien haben die Behörden einen Fall von Affenpocken registriert. Der Mann habe sich mutmasslich in Nigeria mit dem seltenen Virus angesteckt und sei dann nach Grossbritannien gereist, teilte die britische Gesundheitsbehörde (UK Health Security Agency, UKHSA) am Wochenende mit. Der Infizierte werde in London im Spital von Spezialisten behandelt und seine Kontaktpersonen würden vorsichtshalber kontaktiert werden.

Dabei handelt es sich um eine reine Vorsichtsmassnahme. Ein Ausbreiten des Virus sei nicht zu befürchten, so Colin Brown, medizinischer Mikrobiologe und Experte für Infektionskrankheiten bei der UKHSA: «Es ist wichtig, zu betonen, dass Affenpocken sich nicht leicht von Mensch zu Mensch verbreiten können und das Risiko für die Öffentlichkeit sehr gering ist.»

«Es ist wichtig, zu betonen, dass Affenpocken sich nicht leicht von Mensch zu Mensch verbreiten können und das Risiko für die Öffentlichkeit sehr gering ist.» 

Colin Brown, medizinischer Mikrobiologe und Experte für Infektionskrankheiten bei der UK Health Security Agency.

Meist milde Verläufe

Das Affenpocken-Virus, das zu den Orthopoxviren zählt, kann beim Menschen eine pockenähnliche Erkrankung verursachen. Die Übertragung findet in der Regel durch den Konsum von sogenanntem Bushmeat statt – dem Fleisch afrikanischer Wildtiere. Infizierte Tiere wie Ratten oder Primaten können es aber auch durch Bisse, Tröpfcheninfektion oder Kontakt mit Blut oder Sekreten auf Menschen übertragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nur durch engen körperlichen Kontakt möglich.

Üblicherweise verlaufen Erkrankungen der Behörde zufolge mild und klingen innerhalb einiger Wochen ab. Allerdings kann es vereinzelt auch schwerere Fälle geben. Zu den Symptomen gehören Fieber, Kopf-, Rücken- oder Halsschmerzen, Husten, Durchfall, geschwollene Lymphknoten sowie ein Ausschlag, der oft im Gesicht beginnt und sich dann auf andere Körperteile ausbreitet. In wenigen Fällen können Erblindung und entstellende Narben als Dauerschäden auftreten. Schwere tödliche Krankheitsverläufe bleiben jedoch selten.

Menschenpocken seit 1980 ausgerottet

Die Affenpocken wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstmals 1970 in Afrika bei Menschen registriert. Sie seien seitdem nachweislich in über zehn Ländern des Kontinents aufgetreten. Die Viren wurden laut WHO vereinzelt durch Reisende exportiert, unter anderem in die USA, nach Israel und auch schon 2018 nach Grossbritannien.

Die Pocken des Menschen gelten seit 1980 nach einer grossen Impfkampagne weltweit (siehe Box) als ausgerottet.

Impfpflicht gegen Pocken

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