Mann verhaftet: Ist es der Vergewaltiger mit der Maske?

Publiziert

Kanton WallisMann in Frankreich verhaftet – ist es der «Vergewaltiger mit der Maske»?

Vergangene Woche wurde in Frankreich ein mutmasslicher Vergewaltiger verhaftet. Ist der Mann derselbe, der in den 90er-Jahren im Wallis zehn Frauen vergewaltigte?

von
Lucas Orellano
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Die Walliser Behörden fahnden nach einem Serienvergewaltiger. Dies bereits seit fast 30 Jahren.

Die Walliser Behörden fahnden nach einem Serienvergewaltiger. Dies bereits seit fast 30 Jahren.

Kripo Wallis
Dank einer Verhaftung in Frankreich könnte nun Licht ins Dunkel kommen.

Dank einer Verhaftung in Frankreich könnte nun Licht ins Dunkel kommen.

Kripo Wallis
Der sogenannte «Vergewaltiger mit der Maske» soll in den Jahren 1993 bis 2000 mehrere Frauen im Unterwallis vergewaltigt haben.

Der sogenannte «Vergewaltiger mit der Maske» soll in den Jahren 1993 bis 2000 mehrere Frauen im Unterwallis vergewaltigt haben.

Repistu

Darum gehts

  • Wurde der «Vergewaltiger mit der Maske» in Frankreich gefasst?

  • Die Kantonspolizei Wallis erhofft sich von einem DNA-Test Klarheit.

  • Es könnte sich bei dem Verhafteten um den Mann handeln, der zwischen 1993 und 2000 zehn Frauen vergewaltigte.

Seit bald 30 Jahren suchen die Walliser Behörden nach dem sogenannten «Vergewaltiger mit der Maske», der sich zwischen 1993 und 2000 an zehn Frauen vergangen haben soll. Obwohl die Polizei fast alles über den Mann weiss, der heute um die 50 Jahre alt sein dürfte, ist es nicht gelungen, ihn dingfest zu machen. Doch nun könnte eine Verhaftung in Frankreich neues Licht ins Dunkel bringen.

In Seine-en-Marne (F) wurde vergangene Woche nämlich ein Mann festgenommen. Die Festnahme hängt mit dem Fall des «Prédateur des Bois», also des «Waldräubers» oder «Raubtiers aus dem Wald» zusammen, der zwischen 1998 und 2008 in La Rochelle und später in der Umgebung von Paris ebenfalls mehrere Frauen vergewaltigt haben soll. Bereits damals wurde ein Zusammenhang der Fälle im Wallis und in Frankreich vermutet.

Ein DNA-Vergleich fiel aber negativ aus.

Wie «20 Minutes» berichtet, hoffen die Walliser Behörden dank der Verhaftung nun auf neue Erkenntnisse. Die Polizei werde über Interpol einen neuen DNA-Vergleich beantragen, wie Generalstaatsanwalt Nicolas Dubuis sagt: «Die Opfer haben ein Recht auf die Wahrheit.»

Der Leiter der Forensik-Abteilung der Universität Lausanne sagt zu «20 Minutes»: «DNA-Profile setzen sich aus mehreren genetischen Markern zusammen. Zwischen verschiedenen Ländern oder innerhalb eines Landes kann es im Laufe der Zeit zu kleinen Unterschieden in der Liste der analysierten Marker kommen. Dennoch gibt es immer eine Reihe von Markern, die allen gemeinsam sind.»

In der Schweiz werden demnach sechzehn Marker verwendet. In den 2000er-Jahren seien es jedoch nur zehn gewesen. In Frankreich sind es derzeit bis zu 23. Castella: «Wenn die gemeinsamen Marker damals nicht passten, sollten sie auch heute nicht passen.»

Das passierte in den 90ern

Die Vergewaltigungen fanden in den 90er-Jahren allesamt im Unterwallis statt. Die erste bekannte Tat soll der Mann 1993 begangen haben, die letzte aktenkundige im Jahr 2000. Die Tatorte sollen ihm «gut bekannte Orte» gewesen sein. Vermummt tauchte er überfallartig auf und bedrohte seine Opfer auf dem Heimweg mit einer Pistole.

Waren seine weiblichen Opfer in Autos unterwegs, zwang er sie, in die Baumgärten in Bramois oder in die Region Mont-Chemin bei Martigny zu fahren. Er versuchte dabei, möglichst keine Spuren zu hinterlassen: «Um zu verhindern, dass die Opfer die zurückgelegte Strecke sehen konnten, zog ihnen der Vergewaltiger jeweils einen Sack oder auch eine Jacke über den Kopf», wissen die Kriminalisten. Zudem band er den Frauen mit einer Schnur oder einem Kabelbinder die Hände auf den Rücken.

Opfer, die zu Fuss auf dem Heimweg waren, zog der Täter in das Untergeschoss eines Gebäudes und zwang sie dort zu sexuellen Handlungen. Der Täter zwang die Frauen jeweils zu oraler Befriedigung oder Analverkehr, vergewaltigte und verletzte sie.

Gemäss Aussagen der Frauen soll es sich um einen Raucher handeln. Eingeprägt hatten sich die Opfer auch die bleiche Gesichtsfarbe des Mannes. Es scheint sich beim Täter allgemein um einen eher blonden Typen zu handeln: «Er hat helle, tiefliegende Augen und hohe Backenknochen. Seine Nase ist eher lang und gebogen», wird weiter detailliert beschrieben. Zudem soll er stets eine Art Sturmmaske getragen haben. Bei der Publikation des Zeugenaufrufs im 2005 soll der Vergewaltiger zwischen 30 und 40 Jahre alt gewesen sein. So dürfte der Gesuchte heute zwischen 47 und 57 Jahre alt sein. 

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