Geld für Drogen und Glücksspiel genutzt: Mann kauft 91 Unfallautos, bezahlt sie nicht und verkauft sie weiter
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Geld für Drogen und Glücksspiel genutztMann kauft 91 Unfallautos, bezahlt sie nicht und verkauft sie weiter

Fast 100 Autos kaufte ein Mann und bezahlte sie nicht. Dafür kriegt er vom Kriminalgericht eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren und einen Landesverweis.

von
Gianni Walther
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Das Kriminalgericht Luzern verurteilte einen Mann zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten.

Das Kriminalgericht Luzern verurteilte einen Mann zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten.

20min/Gianni Walther
Der Mann hatte zahlreiche Unfallautos gekauft und diese nicht bezahlt.

Der Mann hatte zahlreiche Unfallautos gekauft und diese nicht bezahlt.

20min/Gianni Walther
Die Autos verkaufte er weiter. Den Verkaufserlös nutzte er für seinen Lebensunterhalt, Drogen und Glückspiele.

Die Autos verkaufte er weiter. Den Verkaufserlös nutzte er für seinen Lebensunterhalt, Drogen und Glückspiele.

Luzerner Gerichte

Darum gehts

  • 91 Unfallfahrzeuge hatte ein Mann von verschiedenen Anbietern gekauft und nicht bezahlt.

  • Die Fahrzeuge verkaufte er weiter. Den Verkaufserlös nutzte er für seinen Lebensunterhalt, Drogen und Glücksspiele.

  • Das Kriminalgericht verurteilt den Mann zu zweieinhalb Jahren Freiheitsstrafe, davon sechs Monate unbedingt.

Das Luzerner Kriminalgericht hat einen heute 30-jährigen Mann wegen Betrugs, gewerbsmässigen Betrugs und Urkundenfälschung schuldig gesprochen. Der Mann hatte im Jahr 2018 während rund zweieinhalb Monaten über verschiedene Online-Auktionsplattformen Unfallfahrzeuge gekauft. Die Fahrzeuge kaufte er im Namen seiner damaligen Garage, deren alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer er war. Bezahlt hat er die Fahrzeuge jedoch nie.

Insgesamt kaufte er auf diese Weise 91 Fahrzeuge von verschiedenen Anbietern zu einem Preis von gesamthaft rund 832’500 Franken. Die Unfallfahrzeuge verkaufte er danach über seine Garage an unbekannte Käufer weiter. Das Geld, das er aus diesen Verkäufen erhalten hatte, verwendete er «für seinen Lebensunterhalt, für Betäubungsmittel und für Glücksspiele», wie es im Urteil des Luzerner Kriminalgerichts heisst.

Bereits zuvor hatte der Mann aus Serbien mit Unfallfahrzeugen gehandelt und jeweils auch vertragskonform bezahlt. Da er bei betroffenen Anbietern bereits diverse solche Käufe durchgeführt hatte, wusste er, dass diese seine Käufe nicht weiter überprüfen würden.

Leasingvertrag für Unfallauto

Ein Auto, das einen Totalschaden erlitten hatte, kaufte er für 2500 Franken. Dieses löste er beim Strassenverkehrsamt ein und beantragte bei einer Bank Leasing für das Auto. Der Bank legte er einen gefälschten Kaufvertrag vor und gab an, dass er das Auto zu einem Kaufpreis von 45’000 Franken von einer Privatperson erstanden hatte. Zwischen der Bank und seiner Garage wurden schliesslich ein Kaufvertrag und Leasingvertrag über 60 Monate abgeschlossen. Die Bank überwies ihm rund 44’000 Franken.

Die ersten drei Leasingraten bezahlte der Mann, danach bezahlte er kein Geld mehr. Für die Bank war der Mann plötzlich nicht mehr erreichbar und nicht mehr auffindbar. Auch das Leasingauto war nicht mehr aufzufinden.

Das Kriminalgericht verurteilte den Mann zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Davon sind sechs Monate unbedingt zu vollziehen. 178 Tage bereits erstandenen Freiheitsentzug werden ihm angerechnet. Zudem wird der Mann für acht Jahre des Landes verwiesen und er muss die Verfahrenskosten berappen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Problem mit illegalen Drogen?

Hier findest du Hilfe:

Sucht Schweiz, Tel. 0800 104 104

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Feel-ok, Informationen für Jugendliche

Infodrog, Information und Substanzwarnungen

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