Potentiell gefährliche Bakterien? - Mann kauft Rosmarinstock – der kurz darauf vom Bund konfisziert wird
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Potentiell gefährliche Bakterien?Mann kauft Rosmarinstock – der kurz darauf vom Bund konfisziert wird

Hannes Hofstetter kaufte sich einen Rosmarinstock für seinen Balkon. Mit dem Gewürz wollte er seine Gerichte verfeinern. Am zweiten Tag wurde der Stock von einem Inspektor abgeholt.

von
Céline Meisel
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Ein Rosmarinstock sollte den Balkon eines Burgdorfers schmücken.

Ein Rosmarinstock sollte den Balkon eines Burgdorfers schmücken.

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Einen Tag nach dem Kauf wurde der Besitzer von der Floristin kontaktiert.

Einen Tag nach dem Kauf wurde der Besitzer von der Floristin kontaktiert.

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Danach nahm das Bundesamt für Landwirtschaft den Kontakt mit Hofstetter auf. 

Danach nahm das Bundesamt für Landwirtschaft den Kontakt mit Hofstetter auf.

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Darum gehts

  • In Burgdorf kauft ein Mann einen potenziell gefährlichen Rosmarinstock.

  • Einen Tag nach dem Kauf wurde die Pflanze konfisziert.

  • Das Bundesamt für Landwirtschaft gab nun aber Entwarnung.

Hannes Hofstetter aus Burgdorf kaufte sich bei der lokalen Floristin einen Rosmarinstock. Er nahm ihn mit nach Hause und stellte ihn dort auf dem Balkon auf. Am nächsten Tag wurde der Stock konfisziert.

Hofstetter wollte mit dem Rosmarinstock seinen Balkon verschönern und kochte sich aber auch sogleich mit einigen Zweigen «eine leckere Bolognese-Sauce», wie er der «Berner Zeitung» sagt. Zu dem Zeitpunkt wusste nicht, dass von dem Stock eine grosse Gefahr ausgehen könnte.

Gefahr für andere Pflanzen

Die Floristin, bei der er das Stöckli gekauft hatte, kontaktierte ihn am Tag danach: Das Bundesamt für Landwirtschaft habe sie angerufen, um nach den Daten von Hofstetter zu fragen. Nach einem kurzen Mailaustausch wusste Hofstetter über den Grund der Kontaktaufnahme Bescheid: Sein frisch gekaufter Rosmarinstock könnte von einer gefährlichen Krankheit befallen sein. Hofstetter und ein Mitarbeiter des Bundesamtes machten einen Termin für die Konfiszierung der Pflanze ab. «Es war anscheinend dringend», so Hofstetter.

Als der Inspektor bei Hofstetter vorbeikam, entschied er sich, den Rosmarin gleich mitzunehmen. «Der Inspektor erklärte mir, dass mein Strauch möglicherweise von gefährlichen Bakterien infiziert ist», sagt der Burgdorfer. Die Bakterien seien für den Menschen zwar nicht gefährlich, für andere Pflanzen aber umso mehr. Der Strauch sei möglicherweise mit dem Bakterium Xylella fastidiosa infiziert.

Das Bakterium sei eines der weltweit gefährlichsten Bakterien für Pflanzen, schreibt das Bundesamt für Landwirtschaft. Dieses gab vor einigen Tagen Entwarnung: Der Stock von Hofstetters Balkon ist nicht infiziert. Die Konfiszierung fand statt, weil ein EU-Land einen Verdacht auf importierte Pflanzen meldete. Hofstetters Rosmarin kam aus Portugal.

Verdachtsfälle negativ

Wegen der Meldung wurden potenziell gefährliche Pflanzen aus dem Verkehr gezogen, schreibt das Bundesamt für Landwirtschaft auf Anfrage der «Berner Zeitung». Insgesamt waren es 21 Pflanzen, doch alle Verdachtsfälle stellten sich als negativ heraus. Anders in Italien: Dort fielen dem Bakterium schon Millionen Olivenbäume zum Opfer.

Genervt über das Prozedere habe er sich keineswegs, sagt Hofstetter. Er habe den Inspektor aber gleich gefragt, was das für seine Bolognese-Sauce bedeute. Für Menschen bestehe keine Gefahr, war die Antwort. Den Stock bekam Hofstetter trotzdem nicht zurück, dafür aber einen Gutschein für eine neue Pflanze.

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