31.07.2020 16:13

Unfall bei Hemishofen SH

«Er streckte seine Hände aus dem Wasser und schrie um Hilfe»

Im Kanton Schaffhausen hat sich ein Mann bei einem Badeunfall schwer verletzt. Er soll eine Schwimmhilfe mit einem Stand-Up-Paddle zusammengebunden haben.

von
Nicolas Saameli

Darum gehts

  • Ein Mann wurde in Hemishofen SH in kritischem Zustand ins Spital eingeliefert.
  • Zuvor war er mit einer Wiffe kollidiert.
  • Er soll ein Stand-Up-Paddle an einer Schwimmhilfe befestigt haben.
  • «Er streckte seine Hände aus dem Wasser und schrie um Hilfe», sagt ein Augenzeuge.

In Hemishofen SH wurde ein Mann ins Spital eingeliefert, nachdem mit der Wiffe 53 im Hochrhein kollidiert war. Laut der Kantonspolizei befindet er sich derzeit in kritischem Zustand.

Der Mann gehörte zu einer Gruppe von drei Personen, die ein Stand-Up-Paddle mit einer aufblasbaren Schwimmhilfe zusammengebunden hatte. Als die Schwimmhilfe mit der Wiffe kollidierte, wurde der Mann, dessen Fuss am Stand-Up-Paddle befestigt war, unter Wasser gezogen.

Augenzeuge: «Alle haben um Hilfe geschrien»

Nico W. war mit drei Kollegen auf dem Rhein unterwegs und hat den Unfall aus nächster Nähe miterlebt: «Zwei Männer standen auf einem Paddleboard und eine Frau sass auf einem aufblasbaren Flamingo, der hinten angebunden war. Sie sind in die Wiffe gekracht und alle ins Wasser gefallen.» Dabei sei das zusammengebundene Gefährt an der Wiffe hängengeblieben.

«Alle haben um Hilfe geschrien», erzählt W. Die Frau und ein Mann hätten sich schliesslich ans Rheinufer retten können. «Doch der andere Mann war mit einer Fussleine am Paddleboard angemacht. Es sah so aus, als könne er nicht so gut schwimmen. Er streckte seine Hände aus dem Wasser und schrie zwei, drei Mal um Hilfe bevor er untertauchte.»

Rettungssanitäter in Zivil reanimierte Ertrinkenden

Dem Ertrinkenden zu helfen, sei aber schwierig gewesen: «Die Strömung ist dort sehr stark», sagt W. Zur Wiffe zu schwimmen sei fast unmöglich, weshalb er und seine Kollegen am Ufer ausstiegen. «Ich alarmierte die Polizei. Mein Kollege ist sofort flussaufwärts gerannt, hat ein Paddleboard ausgeliehen und ist damit zu Wiffe gepaddelt.»

Als sein Kollege die Wiffe erreichte, sei der Ertrinkende bereits von anderen Helfern auf ein Boot gezogen worden. «Zum Glück ist mein Kollege Rettungssanitäter. Er legte den Bewusstlosen auf die Seite, damit das Wasser aus der Lunge fliesst. Dann reanimierte er ihn mehrere Minuten lang, bis er wieder ein Lebenszeichen von sich gab.» In kritischem Zustand sei er schliesslich mit der Rega ins Spital geflogen worden. W. ist von seinem Kollegen beeindruckt: «Das war eine Heldentat.»

Die Behörden warnen derweil vor Unfällen mit Wiffen und dem Zusammenbinden von Gummibooten und Schwimmhilfen. Bereits im September 2019 hatte sich an der Wiffe 53 ein tödlicher Unfall ereignet.

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