Neues Long-Covid-Symptom - Mann leidet nach Covid-19-Erkrankung unter «analem Unbehagen»
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Neues Long-Covid-SymptomMann leidet nach Covid-19-Erkrankung unter «analem Unbehagen»

Das Coronavirus Sars-CoV-2 kann einen überall treffen – auch tief im Allerwertesten. Das zeigt der Fall eines Japaners, der nach der akuten Erkrankung plötzlich über ein komisches Gefühl im Darm klagte.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Die Covid-19-Erkrankung hatte ein 77-jähriger Japaner bereits überstanden.

Die Covid-19-Erkrankung hatte ein 77-jähriger Japaner bereits überstanden.

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Doch dann musste er doch noch einmal ins Spital. (Im Bild: das Tokyo Medical University Hospital)

Doch dann musste er doch noch einmal ins Spital. (Im Bild: das Tokyo Medical University Hospital)

Wikimedia Commons/Tokuzo/CC BY-SA 4.0
Der Grund: Der 77-Jährige verspürte plötzlich «unruhige, tiefe anale Beschwerden, die etwa 10 cm von der Dammregion entfernt lagen.»

Der Grund: Der 77-Jährige verspürte plötzlich «unruhige, tiefe anale Beschwerden, die etwa 10 cm von der Dammregion entfernt lagen.»

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Darum gehts

  • Nach seiner Covid-19-Erkrankung plagte einen Japaner ein delikates Problem.

  • Er verspürte «unruhige» und «tiefe anale Beschwerden».

  • Die Ärzte diagnostizierten ein Restless-Anal-Syndrom.

  • Es ist der erste bekannte Fall dieser Art.

Covid-19 hatte der Japaner bereits überstanden. Aber es plagten ihn immer noch Schlaflosigkeit und Angstgefühle. Mehrere Wochen nach seiner Entlassung aus dem Spital, wo man ihn während der akuten Phase behandelt hatte, trat plötzlich ein neues Symptom auf: Der 77-Jährige verspürte plötzlich «unruhige, tiefe anale Beschwerden, die etwa 10 cm von der Dammregion entfernt lagen», wie im Fachjournal «BMC Infectious Diseases» nachzulesen ist. Diese gingen mit dem unbändigen und gegen Abend stärker werdenden Drang einher, den Darm bewegen zu wollen. Das Aufsuchen des WCs habe aber nicht geholfen.

Nach einer eingehenden Untersuchung des Patienten, bei denen mögliche Ursachen wie Diabetes mellitus, Nierenfunktionsstörungen und Eisenmangel ausgeschlossen werden konnten, kam für die behandelnden Ärzte des Universitätsspitals in Tokio nur eine Diagnose in Frage: Der 77-Jährige litt an einem sogenannten Restless-Anal-Syndrom. Dabei handelt es sich um eine Variante des deutlich geläufigeren Restless-Leg-Syndroms, kurz RLS (siehe Box). «Dieser Fall erfüllt vier wesentliche Merkmale des RLS: Bewegungsdrang, Verschlimmerung in Ruhe, Besserung bei Bewegung und Verschlimmerung am Abend», so Itaru Nakamura, Experte für Infektionsprävention und -kontrolle an der Medizinischen Universität Tokio, und seine Kollegen.

RLS – wenn die Beine keine Ruhe finden

Charakteristisch für das Restless-Legs-Syndrom (Unruhige-Beine-Syndrom) sind unangenehme Empfindungen wie Kribbeln, Ziehen oder Spannen in den Beinen. Diese Missempfindungen treten bevorzugt abends oder in der Nacht auf und beeinträchtigen den Schlaf. Bewegung bringt Besserung, daher verspüren Betroffene einen unwiderstehlichen Drang, die Beine und Füsse zu bewegen. Die genaue Ursache für die Erkrankung ist nicht bekannt. Möglicherweise spielen eine genetische Veranlagung, ein veränderter Eisenstoffwechsel oder ein Ungleichgewicht des Nervenbotenstoffs Dopamin im Gehirn eine Rolle.

Das RLS ist relativ häufig. Wie die Hirslanden-Gruppe schreibt, leiden bis zu zehn Prozent der Bevölkerung darunter. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Verschiedene Umstände sind bekannt, welche die Entstehung eines Restless-Legs-Syndroms begünstigen. Dazu gehören unter anderem Schwangerschaft, Eisenmangel, Niereninsuffizienz und allgemein ein höheres Alter.

Medikament gegen Krampfanfälle hilft

RLS betrifft – der Name sagt es schon – vornehmlich die Beine. In der Vergangenheit wurden aber auch bereits Varianten im Unterleib und im Mund beobachtet. Im Analbereich dagegen wurde es jedoch noch nie festgestellt, so die Mediziner. Es handele sich damit um den ersten bekannten Fall dieser Art. Unklar bleibt, was die Beschwerden ausgelöst hat. Dafür wisse man noch zu wenig über die Variante. Eine familiäre Vorbelastung für RLS konnten die Ärzte ausschliessen.

Laut dem Fallbericht führte die Gabe von 1,5 Milligramm Clonazepam pro Tag zu einer Linderung des analen Problems. Das Präparat, das unter dem Namen Rivotril von Roche hergestellt wird, wird zur medikamentösen Behandlung zerebraler Krampfanfälle eingesetzt und gehört zur Wirkstoffgruppe der Benzodiazepine.

Restless-Anal-Syndrom möglicherweise unterdiagnostiziert

Dass Covid-19 mit neurologischen Symptomen einhergehen kann, ist bekannt. Und auch, dass diese langfristig bestehen bleiben können. Zu den häufigsten zählen das chronische Erschöpfungssyndrom, Gedächtnisprobleme und Konzentrationsstörungen. Auch das sogenannte Covid-Hirn oder das Guillain-Barré-Syndrom zählen dazu. Von RLS-Fällen im Zusammenhang mit Covid-19 wurde dagegen nur vereinzelt berichtet.

Die Mediziner nennen zwei weitere Fälle. Doch wohlmöglich komme es viel häufiger vor, so die japanischen Mediziner: «Ein mit Covid-19 in Zusammenhang stehendes RLS oder eine RLS-Variante wird möglicherweise unterdiagnostiziert, und wir sollten auf ähnliche Fälle achten, um den Zusammenhang zwischen Covid-19 und RLS zu klären.»

Auch im vorderen Genitalbereich kann das Coronavirus Männern Probleme bereiten. So hat die Zahl der Erektionsstörungen seit Beginn der Pandemie erheblich zugenommen. Das zeigen mittlerweile mehrere Studien und Erfahrungsberichte:

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Die Covid-19-Pandemie hat den Menschen nicht nur Masken, sondern einigen Männern auch Erektionsprobleme beschert. 

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Dafür sprechen nicht nur die seit Beginn der Pandemie sprunghaft angestiegenen Verkaufszahlen von Potenzmitteln wie Viagra oder …

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… dem in den USA besonders gefragten Präparat Cialis. 

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VQH

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