Frau vergewaltigt und bewusstlos geschlagen - Mann muss wegen häuslicher Gewalt für acht Jahre das Land verlassen
Publiziert

Frau vergewaltigt und bewusstlos geschlagenMann muss wegen häuslicher Gewalt für acht Jahre das Land verlassen

Das Walliser Kreisgericht befand einen Mann für schuldig, der jahrelang seine Ehefrau körperlich, psychisch und sexuell misshandelt hatte. Dieser will seine Strafe nicht akzeptieren.

von
Zoé Stoller
1 / 3
Ein Mann misshandelte jahrelang seine Frau.  Nun wurde er für schuldig befunden.  Er hatte jahrelang seine Frau missbraucht.

Ein Mann misshandelte jahrelang seine Frau. Nun wurde er für schuldig befunden. Er hatte jahrelang seine Frau missbraucht.

Unsplash (Symbolbild)
Nun kommt ihm das teuer zu stehen: Er muss eine hohe Busse bezahlen, ins Gefängnis und das Land verlassen.

Nun kommt ihm das teuer zu stehen: Er muss eine hohe Busse bezahlen, ins Gefängnis und das Land verlassen.

Unsplash (Symbolbild)
Weil er das Urteil nicht akzeptiert, legt er beim Kantonsgericht Berufung ein.

Weil er das Urteil nicht akzeptiert, legt er beim Kantonsgericht Berufung ein.

Pixabay (Symbolbild)

Darum gehts

  • Kürzlich wurde ein Mann vom Walliser Kreisgericht verurteilt.

  • Er hatte seine Frau über Jahre missbraucht.

  • Nun muss er mit einer hohen Geldstrafe, einem Jahr hinter Gittern und dem Landesverweis büssen.

Das Oberwalliser Kreisgericht hat kürzlich einen heute 30-jährigen Mann verurteilt, dessen gewalttätiges Verhalten, bereits bei der Verlobung mit seiner späteren Gattin begann. Nebst der Gewalt durfte sie nicht frei entscheiden, mit wem sie sich treffen wollte, musste ihrem Verlobten ihr Handy zur Kontrolle geben und ihre Ortungsdienste eingeschaltet lassen, damit er jederzeit wusste, wo sie sich befand. Des Weiteren sperrte er sich und seine Partnerin mehrfach in der gemeinsamen Wohnung ein, wie der «Walliser Bote» schreibt.

Während der Ehe schlug der Täter seine Frau oft und übte sexuelle Gewalt aus. Einmal erwachte sie, nachdem er sie bewusstlos geschlagen hatte, und wurde vergewaltigt. Vor Gericht argumentierte er schliesslich, in der Ehe gäbe es keine Vergewaltigung.

Auch nach der Trennung von ihrem Gatten konnte die Frau kein ruhiges Leben führen, der Verurteilte belästigte sie weiterhin, unter anderem mit anonymen Telefonanrufen. Dies schürte ihre Angst vor ihrem Ex und sie erlitt starke gesundheitliche Probleme, weshalb sie sich in psychologische Behandlung begeben musste und nur noch zum Teil arbeiten konnte.

Gefängnis, Busse und Landesverweis

Im Urteil wurde der Täter wegen der mehrfachen Vergewaltigung, der mehrfachen Nötigung, der Drohung sowie der mehrfachen einfachen Körperverletzung für schuldig befunden. Der Mann muss nun zwölf Monate unbedingt ins Gefängnis, wobei er zu einer teilbedingten Haftstrafe von 36 Monaten und einer Probezeit von drei Jahren verurteilt wurde.

Ausserdem muss er 180 Tagessätze à 90 Franken zahlen, was sich auf 16’200 Franken summiert. Die Genugtuung für sein Opfer beträgt 14’000 Franken, die Parteientschädigung knapp 10’000 Franken. Dazu kommen 16’000 Franken Verfahrenskosten und 16’000 Franken, die er für seine amtliche Verteidigung zurückzahlen muss.

Schliesslich muss er nach seiner Gefängnisstrafe für acht Jahre das Land verlassen. Da der Verurteilte den Schuldspruch nicht akzeptiert, will er beim Kantonsgericht Berufung einlegen.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

12 Kommentare