Aktualisiert 05.06.2014 13:44

Interlaken

Mann nach Schüssen auf Bar vor Gericht

Der Mann, der 2012 auf die Jenny's Café-Bar in Interlaken schoss, steht vor Gericht. Er hatte 2,3 Promille im Blut – das Tatmotiv bleibt weiter unklar.

von
sda/lex
Der Schütze schoss mit der Armeepistole in das Fenster von Jennys Café-Bar in Interlaken.

Der Schütze schoss mit der Armeepistole in das Fenster von Jennys Café-Bar in Interlaken.

Im Fall des jungen Mannes, der 2012 in Interlaken mit einer Pistole auf eine Bar schoss, ist auch nach der Befragung des Angeklagten durch das Gericht letztlich unklar, warum der Mann dies tat. Der 28-Jährige war stark alkoholisiert. Ein Blutalkoholtest nach der Tat ergab einen Wert von gegen 2,3 Promille. Er könne sich an fast nichts mehr an diesem Abend erinnern, sagte der schmächtige und schüchtern wirkende Angeklagte am Donnerstag vor Gericht in Thun.

Er habe mit seiner Frau Hochzeitstag gefeiert; dann seien seine Frau und er in der Bar gewesen. Er habe wohl viel «starkes Zeug getrunken», sagte der junge Mann. Er sei ein «Schnelltrinker» gewesen. Seit der Tat habe er keinen Alkohol mehr getrunken und befinde sich in einer entsprechenden Therapie, erzählte der Angeklagte mit tränenerstickter Stimme. Ein psychiatrisches Gutachten attestiert ihm eine psychische Störung. Warum er zur Waffe gegriffen und auf das Fumoir der Bar geschossen habe, könne er nicht erklären. Im Überweisungsbeschluss der Untersuchungsbehörden ist die Rede davon, dass der Mann die Bar mit seiner Frau verlassen hatte, dann aber unvermittelt seine Frau stehen liess, nach Hause rannte und eine Waffe behändigte.

Rassistische Parolen

Er sei zur Bar zurückgekehrt und habe geschrien, er werde «die Jugos umbringen». Dann habe er auf das Fumoir des Lokals geschossen. Dabei wurden zwei Barbesucher verletzt. Eines der Opfer sagte am Donnerstag, der Angeklagte sei ihm im Lokal aufgefallen. Er sei alkoholisiert gewesen. Aus der Anklageschrift geht weiter hervor, dass der Mann vor der Tat offenbar einen sehr verwirrten Eindruck machte. Nach der Tat musste er erbrechen und fiel ins Koma. Da Erwachen im Spital sei das Erste, an das er sich wieder erinnern könne, sagte der Angeklagte. Das Urteil in diesem Fall wird für Freitag erwartet.

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