Verfolgungsjagd: Mann nach wilder Flucht vor Polizei angeklagt
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VerfolgungsjagdMann nach wilder Flucht vor Polizei angeklagt

Ein junger Franzose steht am Dienstag wegen einer unglaublichen Verfolgungsjagd quer durch Basel vor dem Strafgericht.

von
bro
Hier fuhr der Raser laut Anklageschrift mit 120 Stundenkilometern durch. Rechts im Bild der Claraposten.

Hier fuhr der Raser laut Anklageschrift mit 120 Stundenkilometern durch. Rechts im Bild der Claraposten.

Die Liste der vorgeworfenen Straftaten ist lang: Sie reicht von Fahren in fahrunfähigem Zustand bis Nichtbefolgen von polizeilichen Weisungen. Ein heute 20-jähriger Franzose muss sich jetzt vor dem Basler Strafgericht für eine Raserfahrt unter Drogeneinfluss quer durch die ganze Stadt verantworten. Er leistete sich dabei eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei.

Am 8. Juni soll er mit Tempo 70 und über den Blumenrain zur Schifflände gefahren und in einer Kurve auf die Gegenfahrbahn geraten und nur um Haaresbreite einem Unfall mit einem korrekt fahrenden Taxi entgangen sein. Wenig später nahm die Polizei die Verfolgung auf, worauf der Junglenker mit bis zu 120 Stundenkilometern in den frühen Morgenstunden zuerst in Schlangenlinien zu entkommen versucht haben soll. Auf der weiteren Flucht hat er laut Anklage auch einen Polizeiposten passiert.

Dann sei er ungebremst auf eine Polizeisperre mit zwei Autos zugefahren, die gemäss Anklage ausweichen mussten, um Schlimmeres zu verhindern. Im Anschluss hätten die Ordnungshüter versucht, den jungen Mann auszubremsen, worauf dieser auf das Trottoir ausgewichen sei. Bei der Verzweigung Erlenstrasse/Erlenmattstrasse wartete wiederum ein Patrouillenfahrzeug. Ein Polizist, der sich ihm mit gezogener Waffe in den Weg stellte, habe sich nur knapp in Sicherheit bringen können.

Polizei hatte Mühe mit Verfolgung

Kurz habe der Raser seine Verfolger abgeschüttelt und sei über die Johanniterbrücke zurück ins Grossbasel gefahren. Auf der Brücke habe die Polizei, welche ebenfalls mit über 120 Stundenkilometern unterwegs war, grosse Mühe gehabt, am Citroen Saxo mit französischem Kennzeichen dranzubleiben, heisst es weiter. Auf der weiteren Fahrt habe der Angeklagte Fussgänger in grosse Gefahr gebracht. Als er das Parkhaus Steinen über die Ausfahrt Elässertor verlassen wollte, manövrierte er sich laut Anklageschrift in eine Sackgasse, knallte beim Wenden in einen Zaun und verkeilte sich. Ein Bluttest ergab einen Wert von 0.74 Promille sowie eine hohe Konzentration von MDMA.

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