Südamerika per Velo: Mann ohne Magen und Darm fährt 13'000 km
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Südamerika per VeloMann ohne Magen und Darm fährt 13'000 km

Der Spanier Juan Dual hat keinen Magen, keinen Darm und keine Gallenblase mehr. Für einen guten Zweck fährt er mit dem Velo von Mittel- nach Südamerika.

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Juan Dual (31) ist mit seinem Velo auf einer langen Reise unterwegs: von Nicaragua bis Argentinien.

Juan Dual (31) ist mit seinem Velo auf einer langen Reise unterwegs: von Nicaragua bis Argentinien.

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Insgesamt will er 13'000 Kilometer zurücklegen. Seine Absicht ist es, Geld für die spanische Krebshilfe zu sammeln.

Insgesamt will er 13'000 Kilometer zurücklegen. Seine Absicht ist es, Geld für die spanische Krebshilfe zu sammeln.

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Dual ist selber krank. Nach mehreren Operationen hat der Spanier keinen Magen, keinen Darm und keine Gallenblase. Auf seiner Reise besucht er jetzt krebskranke Patienten.

Dual ist selber krank. Nach mehreren Operationen hat der Spanier keinen Magen, keinen Darm und keine Gallenblase. Auf seiner Reise besucht er jetzt krebskranke Patienten.

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Juan Dual (31) steht jeden Tag um 5 Uhr morgens auf. Er isst etwas Brot mit Käse, eine Frucht und trinkt einen Orangensaft. Dann liest er rund drei Stunden auf seinem eBook, das mit 54'000 Texten geladen ist, und gegen 9 Uhr schwingt er sich aufs Velo. Dual macht gerade eine 13'000 Kilometer lange Reise von Granada in Nicaragua nach Ushuaia in Argentinien, um Geld für die spanische Krebshilfe zu sammeln.

Der Spanier ist selber krank. Im Alter von 13 Jahren diagnostizierten die Ärzte familiäre adenomatöse Polyposis (kurz FAP), eine Erbkrankheit, bei der sich massenhaft Polypen im Dickdarm bilden. Unbehandelt führt die Bildung neuer Polypen zu Darmkrebs. Mit 19 Jahren entfernten die Ärzte zuerst Duals Mast- und Dickdarm. Später wurden auch der Magen und die Gallenblase wegoperiert. In nur drei Monaten verlor Dual 50 Kilo.

Ein Leben ohne Verdauungstrakt ist möglich

Trotz der FAP kann der 31-Jährige ein fast normales Leben führen. Solange der Dünndarm funktionstüchtig ist, übernimmt dieser die Aufgaben des ganzen Verdauungstraktes. Welche Lebensmittel jemand unter diesen Umständen verträgt, ist allerdings von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Doch auch wenn der ganze Magen-Darm-Trakt ausfällt und ein Mensch keine Verdauungsorgane mehr hat, ist ein Leben dank künstlicher Ernährung möglich. Dabei werden Nährstoffe durch Infusion direkt in die Blutbahn verabreicht.

«Andere mit Lebensmut anstecken»

«Was dich nicht tötet, macht dich stärker», liess sich der Spanier auf das linke Bein tätowieren. Das ist nicht sein einziges Tattoo. Er liess sich nach der Magenentfernung das Organ auf den rechten Oberschenkel stechen, auf seinen Armen steht «Hazlo!» («Tu es!») und der Hashtag «#Nolopienses» («Denk nicht daran») geschrieben.

Rob und Bella

«Ich will andere Menschen mit meinem Lebensmut anstecken», begründet er gegenüber ««Minutouno»» seine Mission. An jeder Station seiner Reise besucht er die Abteilung für Krebspatienten in den lokalen Spitälern und hält Motivationsreden.

Nun hofft er auf Spenden

Täglich legt der ausgebildete Krankenpfleger 60 bis 80 Kilometer zurück. Je nach Wetter übernachtet er in seinem Zelt, in einer Feuerwehrstation oder einem Büro des Roten Kreuzes. Manchmal laden ihn Angehörige der Patienten, die er besucht, ein, bei ihnen zu übernachten.

Vor wenigen Tagen erreichte Juan Dual die nordargentinische Provinz Salta. Er weiss aber nicht, wann er seine Reise fortsetzen kann, denn ihm ist das Geld ausgegangen. «Ich werde versuchen, als Krankenpfleger etwas Geld zu verdienen», sagt er in einem Facebook-Video. Und natürlich hofft er, dass bald wieder Spendengelder auf sein Konto fliessen.

Spenden

Wer für Juan Duals Projekt «Running for Life» spenden will, kann das über seine Facebook-Seite tun.

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