Luzern: Mann ohrfeigt 10-jährigen Autisten im Zug, weil der Bub keine Maske trägt
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LuzernMann ohrfeigt 10-jährigen Autisten im Zug, weil der Bub keine Maske trägt

Weil er im ÖV keine Maske trug, wurde ein Bub (10) von einem Mann geohrfeigt. Der traumatische Vorfall schockierte nicht nur den Jungen, sondern auch seine Eltern: «Wie kann man bloss ein Kind schlagen?»

von
Nathan Keusch
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Ein autistischer Bub (10) sei in einem Zug in Luzern von einem Mann geschlagen worden, schrieb die Luzerner Zeitung. (Symbolbild)

Ein autistischer Bub (10) sei in einem Zug in Luzern von einem Mann geschlagen worden, schrieb die Luzerner Zeitung. (Symbolbild)

Dario Häusermann/SBB CFF FFS
Im Zug seien ihm andere Kinder zu Hilfe geeilt. (Symbolbild)

Im Zug seien ihm andere Kinder zu Hilfe geeilt. (Symbolbild)

20 Minuten
Der Bub sei auf dem Heimweg gewesen, als in Luzern ein Mann ebenfalls in den Zug kam. Laut fluchend habe der cholerisch wirkende Mann begonnen, den Buben zu beschimpfen, weil er keine Maske trug. (Symbolbild)

Der Bub sei auf dem Heimweg gewesen, als in Luzern ein Mann ebenfalls in den Zug kam. Laut fluchend habe der cholerisch wirkende Mann begonnen, den Buben zu beschimpfen, weil er keine Maske trug. (Symbolbild)

Martin Messmer

Darum geht

  • Ein Bub wurde im Zug in Luzern von einem fremden Mann geschlagen.

  • Da der 10-jährige Autist keine Maske trug, wurde ein Mann handgreiflich.

  • Die Eltern reagieren verständnislos auf den Vorfall.

Der Bub ist 10 Jahre alt und Autist: Wie die Luzerner Zeitung (Bezahlartikel) berichtet, sei er in einem Zug in Luzern angegriffen und geschlagen worden, weil er keine Maske getragen habe. Der Junge lebe mit frühkindlichem Autismus, weshalb er meist spezielle Hilfe brauche. So bestreite er auch erst seit kurzem seinen Schulweg alleine. Am Tag des Vorfalls sei er erst das zweite Mal alleine im ÖV unterwegs gewesen. Der Bub habe auf dem Heimweg befunden, als in Luzern ein Mann zustieg. Laut fluchend habe der cholerisch wirkende Mann begonnen, den Buben zu beschimpfen, weil er keine Maske getragen habe. Die Situation sei so stark eskaliert, dass der Mann dem 10-Jährigen eine Ohrfeige gab. Erst als Jugendliche dem Buben zu Hilfe eilten, liess der Mann von ihm ab, heisst es im Artikel weiter.

Eltern sind schockiert

«Als mein Sohn nach Hause kam, ist uns gleich aufgefallen, dass etwas nicht stimmt», erzählt die Mutter des Jungen gegenüber der LZ. Der Bub habe ein gerötetes Gesicht und rote Augen gehabt. «Als er uns schliesslich erzählt hat, was passiert ist, waren wir schockiert. Wie kann man bloss ein Kind schlagen?» Sie hätten Anzeige gegen Unbekannt eingereicht.

Der Angriff habe Spuren hinterlassen. «Der Vorfall war für ihn nicht einfach, zu verarbeiten», erzählt seine Mutter. «Er ist seither sehr eingeschüchtert.» Nach dem Angriff sei er wieder von Betreuungspersonen im Zug begleitet worden. Ihr Sohn rapple sich aber allmählich wieder auf. «Es geht ihm mittlerweile wieder besser», freut sich seine Mutter. «Und er fährt auch wieder alleine mit dem Zug.» Der 10-Jährige muss übrigens keine Maske tragen, wie alle Kinder unter 12 Jahren nicht. Und eine Schutzmaske tragen müssen laut dem Artikel auch die meisten ältere Autisten nicht.

Lebst du oder jemand, den du kennst, mit Autismus?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

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