Aktualisiert 04.01.2013 14:21

Zürich

Mann onaniert öffentlich - und kommt davon

In Zürich darf man grundsätzlich öffentlich onanieren. Die Polizei hat einen Exhibitionisten aus Kloten in flagranti an der Limmat erwischt. Der Mann wurde nun lediglich wegen Hinderung einer Amtshandlung belangt.

von
Attila Szenogrady

Gemäss einem nun eröffneten Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl sind sexuelle Handlungen am eigenen Körper in der Öffentlichkeit grundsätzlich nicht verboten. Dies zeigt eine Strafuntersuchung gegen einen Schweizer Mechaniker aus Kloten.

Der Mittfünfziger hatte sich am vergangenen 4. Juli nach Zürich unter die Europa-Brücke an der Limmat in Zürich-Altstetten begeben. Um 15 Uhr spazierte er über den Meierwiesenweg zur Tramhaltestellte Tüffenwies und wieder zurück. Wobei er laut Strafbefehl sowohl «auf dem Hin- wie auch Rückweg an seinem teilweise aus der Hose hängenden Glied herummasturbierte».

Gegen Polizeikontrolle gewehrt

Fest steht, dass zwei zivile Beamte der Stadtpolizei Zürich den Exhibitionisten nicht nur bei seinen Handlungen beobachteten, sondern ihn auch kurz darauf einer Personenkontrolle unterzogen. Dabei setzte sich der Zürcher Unterländer gegen seine Festnahme zur Wehr. Als er auf dem Bauch lag, drückte er seine beiden Hände fest an seine Brust. Bis er überwältigt wurde.

Nun liegt das Urteil gegen den Klotener vor. Mit einer Überraschung in rechtlicher Hinsicht: So wurde er nicht etwa wegen Exhibitionismus, sondern lediglich wegen Hinderung einer Amtshandlung zu einer bedingten Geldstrafe von zehn Tagessätzen zu 100 Franken sowie 300 Franken Busse verurteilt. Neben der Busse soll er auch die Verfahrenskosten von 700 Franken tragen.

Keinen Strafantrag wegen Exhibitionismus

Juristisch interessant ist, dass die Polizeibeamten keinen Strafantrag wegen Exhibitionismus gestellt hatten, Deshalb es ausgerechnet beim eigentlichen Hauptvorwurf zu einem vollen Freispruch kam.

So wird die Justiz bei Exhibitionismus erst nach einer Anzeige aktiv. Ganz nach dem Grundsatz: Wo kein Kläger, da auch kein Richter.

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