Frauenfeld TG: Mann parkiert wegen Schnee nicht ganz im Feld und kassiert Busse
Publiziert

Frauenfeld TGMann parkiert wegen Schnee nicht ganz im Feld und kassiert Busse

Ein Frauenfelder hat sein Auto ausserhalb eines Parkfeldes parkiert. Bemerkt hat er dies erst, als die Polizei bereits eine Busse ausstellte. Er ist verärgert. Die Polizei fordert den Dialog.

von
Michel Eggimann
1 / 7
Ein Frauenfelder bekam eine Busse, weil er bei Schnee sein Auto ausserhalb eines Parkfeldes parkierte.

Ein Frauenfelder bekam eine Busse, weil er bei Schnee sein Auto ausserhalb eines Parkfeldes parkierte.

Privat
So sah es am Donnerstag bei dem Parkfeld aus, am Mittwoch, als er die Busse bekam, habe es noch mehr Schnee gehabt.

So sah es am Donnerstag bei dem Parkfeld aus, am Mittwoch, als er die Busse bekam, habe es noch mehr Schnee gehabt.

Privat
Der Autofahrer erklärt: «Ich habe die Linien des Parkplatzes teilweise gesehen. Beim Parkieren habe ich aber nicht bemerkt, dass mein Auto die Linien überschritten hat.» 

Der Autofahrer erklärt: «Ich habe die Linien des Parkplatzes teilweise gesehen. Beim Parkieren habe ich aber nicht bemerkt, dass mein Auto die Linien überschritten hat.»

20min/Jeremias Büchel

Darum gehts

  • Ein Frauenfelder ist verärgert über eine erhaltene Busse.

  • Er hat sein Auto bei Schnee ausserhalb der Markierungen parkiert.

  • Der 55-Jährige findet die ausgesprochene Ordnungsbusse kleinlich.

  • Ein Anwalt erklärt die Rechtsgrundlage bei schneebedeckten Parkfeldern.

Durch die vielen Schneemassen waren in den letzten Tagen einige Parkfelder für Autofahrer nicht oder schlecht zugänglich. Einem 55-jährigen Frauenfelder wurde dies am Mittwoch zum Verhängnis. Er parkierte sein Auto in der weissen Zone ausserhalb eines Parkfeldes und wurde dafür von der Polizei gebüsst. Der Autofahrer erklärt: «Ich habe die Linien des Parkfeldes teilweise gesehen. Beim Parkieren habe ich aber nicht bemerkt, dass mein Auto die Linien überschritten hat.»

Er sei deshalb auch überrascht gewesen über die aufgebrummte Ordnungsbusse in Höhe von 40 Franken. Im Nachhinein sei sie aber grundsätzlich gerechtfertigt. Der 55-Jährige führt aus, am Moosweg in Frauenfeld, wo er die Busse erhalten hatte, seien die Schneeränder am Mittwoch so breit gewesen, dass man zwar einzelne Ränder der Parkplätze sehen konnte, man aber keine Chance hatte, innerhalb der markierten Parkplätze zu parkieren. «Grundsätzlich verstosse ich gegen das Gesetz, wenn ich nicht im Parkfeld parkiere. Aber ich hätte etwas Kulanz erwartet, zumal mein Fahrzeug nicht den Verkehr störte», so der Anwohner.

Unverschämtes Verhalten

Diese Woche sorgte Schnee bei Parkplätzen bereits in St. Gallen für Diskussionen. Ein Anwohner schaufelte seinen Parkplatz so frei, dass er einen anderen in der blauen Zone versperrte. Als ihn eine Nachbarin darauf aufmerksam machte, habe er nur abgewunken.

So sorgte ein Mann für Ärger bei seiner Nachbarin.

Privat

Rechtsgrundlage schafft keine eindeutige Klarheit

Die Rechtsgrundlage bei schneebedeckten Parkfeldern und Ordnungsbussen ist nicht klar geregelt. Rechtsanwalt Manfred Dähler sagt: «Entscheidend ist die Vorhersehbarkeit. Wenn sich ein Autofahrer keines Fehlers bewusst sein kann, weil er diesen nicht vorhersehen kann, sollte er eigentlich nicht gebüsst werden.» Der Anwalt führt aus, wenn Markierungen auf dem Boden nicht erkennbar seien, weil es beispielsweise Schnee drauf hat, und ein durchschnittlicher Autofahrer das Parkfeld nicht erahnen könne, dürfe dort das Parkieren auch nicht bestraft werden. Man könne nur vermeiden, was vorhersehbar sei. «Wenn man etwas nicht vorhersehen kann, ist die Chance gross, dass es straffrei bleibt», so der Anwalt. Wenn in einer Situation die Vorhersehbarkeit aber gewährleistet ist, dann sei das auch strafbar.

Grundsätzlich empfiehlt Dähler: «In solchen Fällen sollte der Autofahrer zum Handy greifen und die Situation fotografieren. Das kann ein Beweismittel sein.»

Matthias Graf, Sprecher der Kantonspolizei Thurgau, sagt: «Wenn jemand das Gefühl hat, eine Busse ist ungerechtfertigt ausgesprochen worden, dann soll er sich bei der Polizei melden.» So könne man den Sachverhalt klären.

Brauchst du oder jemand, den du kennst, eine Rechtsberatung?

Hier findest du Hilfe:

Reklamationszentrale, Hilfe bei rechtlichen Fragen

Deine Meinung