Aktualisiert 26.06.2017 11:09

Gewalt

Mann prügelt Frau in Rollstuhl – Justiz untätig

Einer der zehn meistgesuchten Verbrecher Brasiliens lebt ungehindert im Aargau. Er hat seine Ex-Freundin in den Rollstuhl geprügelt.

von
ehs
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Die brasilianische Polizei sucht mit diesem Foto nach Roger U. Er soll vor 13 Jahren seine Ex-Freundin in den Rollstuhl geprügelt haben – und lebt heute im Aargau.

Die brasilianische Polizei sucht mit diesem Foto nach Roger U. Er soll vor 13 Jahren seine Ex-Freundin in den Rollstuhl geprügelt haben – und lebt heute im Aargau.

Screenshot R7 TV
Das Verbrechen soll sich 2004 im Städtchen Canoa Quebrada ereignet haben.

Das Verbrechen soll sich 2004 im Städtchen Canoa Quebrada ereignet haben.

Screenshot R7 TV
Das Opfer, Ana Julia de Sousa Rebelo (44, l.), sagt dem «Blick», U. habe ihr Leben zerstört. Sie könne ihn nicht finden, weil sie an den Rollstuhl gefesselt sei.

Das Opfer, Ana Julia de Sousa Rebelo (44, l.), sagt dem «Blick», U. habe ihr Leben zerstört. Sie könne ihn nicht finden, weil sie an den Rollstuhl gefesselt sei.

Screenshot R7 TV

Auf der Interpol-Liste der zehn meistgesuchten Kriminellen Brasiliens steht ein Schweizer. Der 54-jährige Roger U. aus Zofingen hatte vor dreizehn Jahren seine Ex-Freundin Ana Julia de Sousa in den Rollstuhl geprügelt. Auf einem Ohr ist die 44-Jährige seither taub.

Das Paar lebte in Canoa Quebrada, einem Städtchen im Nordosten des Landes. Anfänglich seien sie das Traumpaar des Ortes gewesen, sagt De Sousa dem «Blick». Er habe sich wie ein Vater um ihre drei Kinder aus früheren Beziehungen gekümmert. Sie sei unsterblich verliebt gewesen.

Versuchte Vergewaltigung

Die Idylle endete mit dem Alkohol. Als Roger U. begonnen habe, schon am Morgen zu trinken, hätten sie häufig gestritten. Er habe sie zudem oft verprügelt. In der Folge trennte sich De Sousa von ihrem Freund.

Er habe das nicht akzeptieren wollen und versucht, sie zu vergewaltigen. Sie habe sich gewehrt, worauf er sie mit einem Holzstuhl attackiert und verprügelt habe. Danach warf er sie nackt aus dem Fenster, sagt De Sousa dem «Blick».

Brasilianer bisher untätig

Trotzdem zeigte De Sousa ihren Peiniger nicht an – weil er sich verpflichtete, alle medizinischen Kosten und die Ausbildung der Kinder zu berappen. Dafür behauptete sie, die Verletzungen rührten von einem Unfall her. Die Abmachung hielt allerdings nur zwei Jahre, dann flog Roger U. in die Schweiz und stoppte die Zahlungen.

Das Bundesamt für Justiz wird von sich aus nicht aktiv. Die brasilianischen Behörden müssten die Schweiz um stellvertretende Strafverfolgung ersuchen, sagt ein Sprecher der Zeitung. Solange das nicht passiert, bleibt U. unbehelligt. (ehs/20 Minuten)

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