Aktualisiert

KalifornienMann sass 36 Jahre unschuldig hinter Gittern

Fast vier Jahrzehnte hat ein Mann in den USA wegen Mordes im Gefängnis verbracht. Doch nun zweifelt die Staatsanwaltschaft an seiner Schuld.

von
lüs
Als dieses Bild entstand, war er noch kein freier Mann: Michael Hanline.

Als dieses Bild entstand, war er noch kein freier Mann: Michael Hanline.

36 Jahre nach seiner Festnahme wegen Mordes ist ein 69 Jahre alter Mann in Kalifornien wegen Zweifeln an seiner Schuld aus der Haft entlassen worden. Michael Hanline kam nach der Hinterlegung einer Kaution in Höhe von 2500 Dollar am Montagnachmittag (Ortszeit) auf freien Fuss.

Seine Bewegungen werden nach Vorgabe eines Gerichts jedoch elektronisch beobachtet, weil seine Unschuld noch nicht bestätigt ist. Er darf keinen Kontakt zu Staatsanwälten, Detektiven und der Familie des Opfers aufnehmen.

Keine DNA von Hanline am Tatort

Hanline war zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er 1978 einen Mord an einem Motorradfahrer begangen haben soll. Die Staatsanwaltschaft hatte nun Zweifel daran geäussert, dass der 69-Jährige wirklich schuldig ist. Ein Staatsanwalt in Ventura sagte, Tests hätten ergeben, dass Hanlines DNA nicht am Tatort gefunden wurde. Die Staatsanwaltschaft will nun darüber entscheiden, ob es am 27. Februar einen neuen Anlauf des Gerichtsverfahrens gibt.

Anwälte des sogenannten California Innocence Project, das sich für möglicherweise unschuldig Verurteilte einsetzt, hatten die Staatsanwaltschaft zuvor zur Überprüfung der Beweismittel gegen Hanline aufgefordert. Laut der Organisation hat sich herausgestellt, dass ein anderer Verdächtiger, ein mittlerweile verstorbener Drogendealer, Zeugen dazu gedrängt hatte, gegen Hanline auszusagen. Der Dealer war am Tatort gesehen worden.

Bereits letzte Woche waren in den USA zwei Männer freigekommen, die fast 40 Jahre unschuldig hinter Gittern gesessen hatten – sie waren für einen Mord im Jahr 1975 an einem Unternehmer verurteilt worden, den sie nicht begangen hatten. (lüs/sda)

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