Schwere Schäden nach nur 24 Stunden – Mann schiebt Batterie in die Harnröhre – und landet zweimal im Spital
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Schwere Schäden nach nur 24 StundenMann schiebt Batterie in die Harnröhre – und landet zweimal im Spital

Eine AA-Batterie, die er sich in die Harnröhre eingeführt hatte, brachte einen Mann gleich zweimal ins Spital: Beim ersten Mal wurde der Fremdkörper entfernt. Beim zweiten Mal – fünf Monate nach dem Vorfall – wurden die Folgeprobleme behoben. 

von
Fee Anabelle Riebeling
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Diese Röntgenaufnahme zeigt den Unterleib eines Mannes. Deutlich darauf zu sehen: Die AA-Batterie, die sich dieser aus ungeklärten Gründen in die Harnröhre geschoben hatte. 

Diese Röntgenaufnahme zeigt den Unterleib eines Mannes. Deutlich darauf zu sehen: Die AA-Batterie, die sich dieser aus ungeklärten Gründen in die Harnröhre geschoben hatte. 

Urology Case Reports 2022: J. Hosseini, S. Abouei, A. M. Mirjalilia
Batterien dieses Typs sind 13,5 mal 49,2 Millimeter gross. 

Batterien dieses Typs sind 13,5 mal 49,2 Millimeter gross. 

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Obwohl die Batterie rasch und ohne Operation aus der Harnröhre des 49-Jährigen entfernt wurde, kam es zu Problemen. Grund dafür waren vermutlich die Chemikalien, die während der Zeit im Körper aus der Batterie ausgetreten waren. 

Obwohl die Batterie rasch und ohne Operation aus der Harnröhre des 49-Jährigen entfernt wurde, kam es zu Problemen. Grund dafür waren vermutlich die Chemikalien, die während der Zeit im Körper aus der Batterie ausgetreten waren. 

Urology Case Reports 2022: J. Hosseini, S. Abouei, A. M. Mirjalilia

Darum gehts

  • Iranische Mediziner berichten von einem Mann, der sich eine AA-Batterie in die Harnröhre gesteckt hat.

  • Obwohl diese rasch und ohne Operation rasch entfernt wurde, kam es zu Problemen. 

  • Grund dafür waren vermutlich die Chemikalien, die während der Zeit im Körper aus der Batterie ausgetreten waren.

Dass er mit dem Einführen einer Batterie vom Typ AA einen Fehler gemacht hatte, wurde einem 49-jährigen Mann aus dem Iran schnell klar. Bereits 24 Stunden nach der Aktion suchte er den Notfall auf. Röntgenbilder bestätigten seine Erzählung und der 13,5 mal 49,2 Millimeter grosse Fremdkörper wurde entfernt. Eine Operation sei dafür nicht notwendig gewesen, heisst es im Fachjournal «Urology Case Reports».

Allerdings war das Problem damit nicht gelöst, so die Autoren des Fallberichts weiter. Denn fünf Monate nach dem ambulanten Eingriff sei er erneut im Spital gelandet – wegen anhaltender Probleme und Schmerzen beim Wasserlassen.

Nun doch Operation vonnöten

Wie das Team um den Urologen Ali Mohammad Mirjalili von der Shahid Beheshti University of Medical Sciences in Tehran schreibt, wurde bei dem Patienten eine sechs bis acht Zentimeter lange extreme Verengung der Harnröhre festgestellt. Die Ärzte vermuten, dass diese sogenannte Striktur durch giftige Chemikalien in der Batterie verursacht wurde. Die 24 Stunden im Körper hätten ausgereicht, um «eine schwere und fortschreitende Schädigung der Harnröhre und des Harnröhrenschwellkörpers» hervorzurufen.

Aufgrund ihrer Lage konnte die sogenannte Striktur nicht mithilfe eines Zystokops geweitet werden. Darum legte das chirurgische Team die Harnröhre mittels eines Dammschnitts frei. Auch ein Muskel des Beckenbodens musste durchtrennt werden. Die operierte Stelle bedeckten sie anschliessend mit einem Stück Mundschleimhaut.

Zudem ist der Patient seither auf einen Bauchdecken- und Blasenkatheter angewiesen, die ihm offenkundig gute Dienste leisten: Bei einer Nachuntersuchung nach 6 Monaten war der Patient mit seiner Blasenentleerung zufrieden, so Mirjalili und seine Kollegen.

Verschiedene Gründe für das Einführen von Gegenständen

Der Patient soll keine Angaben dazu gemacht haben, wie es zu dem Einführen der Batterie gekommen sei. Es gebe aber eine ganze Reihe von Gründen für das Einführen von Gegenständen in die Harnröhre oder in den Po (siehe Bildstrecke), so die Autoren: etwa psychiatrische Erkrankungen, Autoerotik, Rauschzustände und vermeintliche Verhütungsmittel.

Die Gruppe um Mirjalili empfiehlt, bei derartigen Vorkommnissen nicht nur auf den Fremdkörper zu entfernen, sondern auch nach etwaigen weiteren, aber nicht ins Auge stechenden Problemen Ausschau zu halten. Viele Patienten suchten nicht sofort einen Arzt oder eine Ärztin und kämen daher oft zu spät, wodurch – wie im vorliegenden Fall – zu gravierenden Folgeproblemen kommen könnte.

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