Kevin Strickland: Unschuldiger kommt nach 40 Jahren im Gefängnis frei
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USAMann sitzt 40 Jahre unschuldig im Gefängnis– jetzt kommt er frei

Als er wegen dreifachen Mordes verurteilt wurde, war Kevin Strickland ein Teenager. Stets bestritt er seine Schuld.

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Über 40 Jahre lang sass Kevin Strickland für ein Verbrechen im Gefängnis, das er nicht begangen hatte. Nun wurde der mittlerweile 62-Jährige von allen Vorwürfen entlastet.

Über 40 Jahre lang sass Kevin Strickland für ein Verbrechen im Gefängnis, das er nicht begangen hatte. Nun wurde der mittlerweile 62-Jährige von allen Vorwürfen entlastet.

imago images/ZUMA Wire

Darum gehts

  • 1979 wurde Kevin Strickland wegen dreifachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

  • Später gab die Hauptzeugin an, zur Aussage gegen Strickland gedrängt worden zu sein. Trotzdem blieb der mittlerweile 62-Jährige in Haft.

  • Nun wurde der 62-Jährige von allen Vorwürfen freigesprochen.

Nach mehr als 40 Jahren im Gefängnis kommt ein zu Unrecht inhaftierter Mann aus Kansas City auf freien Fuss. Der Mann sei 1979 zu Unrecht wegen dreifachen Mordes verurteilt worden, entschied Richter James Welsh vom Berufungsgericht des US-Staats Missouri am Dienstag nach einer dreitägigen Beweisanhörung. Die Beweise, die zu seiner Verurteilung vorgelegt worden seien, seien seit der damaligen Verhandlung widerrufen oder widerlegt worden.

Verdächtiger sah zu Hause fern

Der 62-jährige Kevin Strickland hatte stets beteuert, dass er zu Hause gewesen sei und ferngesehen habe und nichts mit den Morden an den drei Männern im Alter von 20 bis 22 Jahren zu tun habe. Als sie geschahen, war er 18 Jahre alt. Das Beweisverfahren konzentrierte sich weitgehend auf Aussagen einer Zeugin, die die Schüsse vom 25. April 1978 als einzige überlebte. Sie hatte Strickland ursprünglich als einen von vier Männern identifiziert, die auf die Opfer schossen, und dies auch ausgesagt.

Weitere Verdächtige nie angeklagt

Später sagte sie jedoch, sie sei von der Polizei unter Druck gesetzt worden, Kevin Strickland anzugeben. Sie ersuchte jahrelang politische und juristische Experten und Expertinnen um Hilfe, um zu beweisen, dass sie den falschen Mann identifiziert hatte. Dies sagten ihre Familie, Freunde und Freundinnen sowie ein Arbeitskollege während der jetzigen Anhörung aus. Die Zeugin selbst starb im Jahr 2015. Zwei weitere Männer, die für die Morde verurteilt wurden, beharrten später ebenfalls darauf, dass Strickland nicht am Tatort war, wie die Zeitung «Kansas City Star» berichtete. Sie hätten zwei weitere Verdächtige genannt, die jedoch nie angeklagt worden seien.

Die Anwälte und Anwältinnen der Generalstaatsanwaltschaft von Missouri argumentierten, die Unterstützer und Unterstützerinnen von Strickland hätten keinerlei Beweise dafür vorgelegt, dass die ursprüngliche Zeugin versucht habe, ihre Identifizierung von Strickland zu widerrufen. Die Theorie basiere auf Hörensagen. Kevin Strickland sei schuldig, bekräftigte Generalstaatsanwalt Eric Schmitt, ein Republikaner, der für den US-Senat kandidiert.

Petition zuerst abgelehnt

Im Mai dieses Jahres gab die Staatsanwältin Jean Peters Baker bekannt, dass sie nach einer Überprüfung des Falls von Stricklands Unschuld überzeugt sei. Im Juni lehnte es der Oberste Gerichtshof von Missouri ab, die Petition für den 62-Jährigen anzuhören.

Im August berief sich Peters Baker auf ein neues Gesetz des Staats, um die Beweisanhörung in Jackson County zu beantragen, wo Strickland verurteilt worden war. Das Gesetz erlaubt es örtlichen Staatsanwälten und Staatsanwältinnen, Verurteilungen anzufechten, wenn sie glauben, dass der Angeklagte das Verbrechen nicht begangen hat. Es war das erste – und bisher einzige – Mal, dass ein Staatsanwalt dieses Gesetz nutzte, um eine frühere Verurteilung anzufechten.

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(DPA/bho)

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