31.07.2020 18:44

Er nannte ihn «Jimmy»

Mann trägt vier Jahre lang seinen Ersatz-Penis auf dem linken Arm

Eine schwere Infektion kostete einen Vater von zwei Kindern sein bestes Stück. Doch die moderne Medizin konnte helfen.

von
Denis Molnar
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Ärzte wollten Malcolm MacDonald einen neuen Penis annähen – doch dann kam Corona.

Ärzte wollten Malcolm MacDonald einen neuen Penis annähen – doch dann kam Corona.

Getty Images
Professor David Ralph, vom University College Hospital,..

Professor David Ralph, vom University College Hospital,..

KEYSTONE
…schuf aus einem Hautlappen den neuen Penis.

…schuf aus einem Hautlappen den neuen Penis.

KEYSTONE

Darum gehts

  • Ein Mann aus England verlor seinen Penis.
  • Er fiel in ein Loch und griff zur Flasche.
  • Doch schon bald soll sein Leiden ein Ende haben.

Malcolm MacDonald verlor vor sechs Jahren seinen Penis. Eine Blutinfektion führte dazu, dass neben seinen Fingern und Zehen sich auch sein bestes Stück irgendwann schwarz verfärbte.

Die Ärzte hatten den 45-Jährigen aus Thetford, einer Stadt nordöstlich von London, auf das Unvermeidbare vorbereitet. Eines Tages im Jahr 2014 geschah es dann – sein Penis fiel einfach ab. Wie er der «Sun» erzählte, hob er damals das Glied auf und entsorgte es im Abfall, «weil ich wusste, dass es passieren wird».

In Folge dieses traumatischen Erlebnisses verlor er das Selbstvertrauen, flüchtete sich in den Alkohol und fühlte sich nicht mehr als ganzer Mann. «Mein Leben fiel auseinander. Ich mied Familie und Freunde», sagt MacDonald weiter zur Boulevardzeitung.

Doch dann schöpfte er wieder Hoffnung als ihm sein Hausarzt von Professor David Ralph erzählte, einem Experten für Urologie am University College Hospital in London. Ralph hatte weltweit von sich Reden gemacht, als er für einen anderen Patienten, Andrew Wardle, einen bionischen Penis schuf. Wardle war ohne Glied auf die Welt gekommen.

Schläuche mit einer Handpumpe wurden installiert

Für den Ersatz-Penis für MacDonald verwendete Ralph einen Hautlappen von dessen linkem Arm und rollte diesen in die gewünschte Form. Danach wurden eine Harnröhre sowie Schläuche mit einer Handpumpe installiert, damit der Mechaniker normal das WC benutzen sowie eine künstliche Erektion herbeiführen kann.

Ein Problem gibt es aber: Noch baumelt der neue Penis, welchen MacDonald «Jimmy» getauft hat, von seinem Arm. Eigentlich hätte er bereits 2018 an die vorgesehene Stelle transplantiert werden sollen. Doch es kam immer wieder zu Verzögerungen – eine der letzten Operationen musste dann im April diesen Jahres aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden.

Jetzt hoffen die Spezialisten die Prozedur, die umgerechnet 60’000 Franken kostet, bis Ende Jahr abschliessen zu können und MacDonald den Penis zwischen seine Beine zu transplantieren. Denn mittlerweile lebt der Vater von zwei Kindern seit vier Jahren mit dem Penis auf seinem Arm.

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