Wattwil SG: Mann verfolgt Ex-Freundin mit Auto – nach Unfall flüchtet er

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Wattwil SGMann verfolgt Ex-Freundin mit Auto – nach Unfall flüchtet er

Ein 32-jähriger Mann hat trotz Fahrunfähigkeit seiner Ex-Freundin mit dem Wagen eines Kollegen aufgelauert, bis es zum Unfall kam. Er wurde nun per Strafbefehl verurteilt. 

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Der Beschuldigte lauerte seiner Ex-Freundin an mehreren Orten auf – unter anderem auch an diesem Parkplatz in Ernetschwil SG.

Der Beschuldigte lauerte seiner Ex-Freundin an mehreren Orten auf – unter anderem auch an diesem Parkplatz in Ernetschwil SG.

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Als die Polizei ihn in derselben Nacht einvernehmen und sein Telefon sicherstellen wollte, beschädigte er sein Handy so stark, dass die Beamten es nicht mehr auswerten konnten. (Symbolbild)

Als die Polizei ihn in derselben Nacht einvernehmen und sein Telefon sicherstellen wollte, beschädigte er sein Handy so stark, dass die Beamten es nicht mehr auswerten konnten. (Symbolbild)

Kantonspolizei St. Gallen

Darum gehts

  • Ein Mann hat seine Ex-Freundin mit dem Auto verfolgt.

  • Schliesslich kam es zum Unfall und der Mann beging Fahrerflucht. 

  • Er hatte Kokain konsumiert und besass keinen gültigen Fahrausweis. 

  • Nun wurde er per Strafbefehl verurteilt. 

Ein 32-Jähriger aus Wattwil, der die Trennung seiner Ex-Freundin offenbar sehr schlecht verkraftete, erhielt dieser Tage dicke Post von der St. Galler Staatanwaltschaft. Als die Frau die Beziehung am 4. Februar 2022 beendete, lieh sich der Mann den Wagen eines Kollegen und lauerte ihr damit an verschiedenen Orten, unter anderem auf einem Parkplatz in Ernetschwil SG, auf. Er versuchte, mit ihr in Kontakt zu treten und das Gespräch zu suchen, was sich jedoch als vergeblich herausstellte. 

Als die Ex-Freundin das Auto in Wattwil parkierte, schritt der Beschuldigte plötzlich zu Fuss auf sie zu. Laut Strafbefehl wollte sie losfahren, jedoch stellte sich der Mann vor ihr Fahrzeug und versperrte ihr den Weg. Als er sich wild gestikulierend zur Fahrerseite bewegte, nutzte die Frau die Gelegenheit und fuhr los. Der hartnäckige Verfolger versuchte daraufhin, auf die Motorhaube des wegfahrenden Autos zu hechten – ohne Erfolg. 

Er wollte sie von der Strasse drängen

Gegen 22 Uhr sah die Frau auf Höhe des Bahnhofs Lichtensteig erneut den Wagen ihres Ex-Freundes. Sie lenkte ihr Fahrzeug auf die Krinauerstrasse in Richtung Wattwil, der Beschuldigte fuhr ihr dicht auf, überholte sie links mit geringem Abstand und versuchte, sie von der Strasse zu drängen. Daraufhin bremste sie stark, um gleich wieder Gas zu geben und an seinem Wagen vorbeizufahren. Ein weiterer Versuch, ihr Auto von der Strasse zu drängen, endete damit, dass beide Fahrzeuge nach einer Vollbremsung hintereinander zum Stillstand kamen. Der Beschuldigte setzte seinen Wagen zurück und prallte gegen die Front des Wagens seiner Ex-Freundin. Er verursachte dabei einen Sachschaden an beiden Fahrzeugen in der Höhe von 5500 Franken. 

Ohne sich um den Schaden zu kümmern, verliess der 32-Jährige den Unfallort. Einige Plastikteile sowie die zersplitterte Heckscheibe seines Autos blieben zurück.

Verfolger hatte keinen Fahrausweis 

Laut Staatsanwalt wurde dem Mann im Januar desselben Jahres der Fahrausweis entzogen. Zudem hatte er vor seiner Verfolgungsfahrt Kokain konsumiert. Als die Polizei ihn in derselben Nacht einvernehmen und sein Telefon sicherstellen wollte, beschädigte er sein Handy so stark, dass die Beamten es nicht mehr auswerten konnten. 

Der Mann machte sich bereits in der Vergangenheit mehrfach wegen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes und wegen Diebstahls straffällig. Deswegen und unter anderem wegen Nötigung, Fahrens ohne Berechtigung und Hinderung einer Amtshandlung wird der Mann mit einer Freiheitsstrafe von zwei Monaten, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von drei Jahren, bestraft. Des Weiteren wird ihm eine Busse von 1800 Franken auferlegt. Bei Nichtbezahlung tritt an Stelle der Busse eine Freiheitsstrafe von 18 Tagen. Inklusive Gebühren und weiterer besonderer Auslagen muss er eine Gesamtrechnung von 5954 Franken berappen. 

Gegen den Strafbefehl kann noch Einsprache erhoben werden. 

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Stalking betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

(kat)

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