Nach Messerattacke in ICE - Grosseinsatz der Polizei in Passauer Studentenwohnheim
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Nach Messerattacke in ICEGrosseinsatz der Polizei in Passauer Studentenwohnheim

Am Samstagmorgen attackierte ein Mann im ICE zwischen Regensburg und Nürnberg mehrere Fahrgäste mit einem Messer. Die Hintergründe zur Tat sind momentan noch unklar.

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Die Polizei konnte den mutmasslichen Täter, einen 27-jährigen Syrer, festnehmen.

Die Polizei konnte den mutmasslichen Täter, einen 27-jährigen Syrer, festnehmen.

dpa/Fabian Schreiner
Zuvor soll der Mann in einem ICE zwischen Regensburg und Nürnberg mehrere Personen mit einem Messer attackiert haben.

Zuvor soll der Mann in einem ICE zwischen Regensburg und Nürnberg mehrere Personen mit einem Messer attackiert haben.

dpa/Carsten Koall
Bei der Attacke wurden drei Männer verletzt.

Bei der Attacke wurden drei Männer verletzt.

dpa/Fabian Schreiner

Darum gehts

  • Bei einer Messerattacke in einem ICE wurden am Samstag mehrere Menschen verwundet.

  • Die Polizei konnte den mutmasslichen Täter verhaften, das Motiv ist noch unklar.

  • Nun kam es in einem Passauer Studentenheim zu einem Grosseinsatz, der in Verbindung zur Messerattacke steht.

Wie die «Passauer Neue Presse» am Samstagabend berichtet, fand in Passau ein Grosseinsatz der Polizei statt. Ein Polizeisprecher bestätigte, dass zwischen dem Einsatz in einem Studentenwohnheim und der Messerattacke im ICE ein Zusammenhang bestehe. Ob der mutmassliche Täter im Studentenheim gewohnt hat, ist zurzeit aber noch unklar.

Bei dem Messerangriff in einem ICE sind am Samstag in Bayern drei Menschen schwer verletzt worden. Ein 27 Jahre alter Verdächtiger wurde festgenommen, wie das Polizeipräsidium Oberpfalz in Regensburg mitteilte. Die Hintergründe des Vorfalls stehen noch nicht fest. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) äusserte sich bestürzt.

«Ein Messerstecher! Rennt zum Zugende!»

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen soll es sich bei dem Tatverdächtigen um einen 27-jährigen Syrer handeln. Aus Sicherheitskreisen hiess es zudem, der Angreifer habe mit einem Messer drei Menschen verletzt. Zwei von ihnen erlitten demnach schwere Verletzungen. Die «Bild»-Zeitung berichtete, der Festgenommene solle «psychisch auffällig sein» und im Zug um Hilfe gerufen haben.

Plötzlich sei die Tür des Abteils aufgerissen worden, es habe eine fast panikartige Flucht in den hinteren Bereich des Zuges gegeben, berichtete ein 77 Jahre alter Fahrgast, der zum Zeitpunkt des Angriffs in einem anderen Waggon sass. «Ein Messerstecher! Rennt nach hinten zum Zugende!», sei gerufen worden. Dann habe er abgewartet, es sei Gott sei Dank aber nichts passiert. Angst habe er nicht gehabt.

Fernverkehr umgeleitet

Laut dem Polizeipräsidium wurden die Einsatzkräfte gegen 09.00 Uhr alarmiert. Nach der Festnahme des verdächtigen Mannes bestehe «aktuell keine Gefahr mehr». Der Tatverdächtige hat nach Angaben einer Polizeisprecherin die syrische Staatsangehörigkeit.

Die Bahnstrecke Regenburg-Nürnberg war seit etwa 9 Uhr gesperrt. Andere Züge auf der Strecke seien zunächst an geeigneten Bahnhöfen zurückgehalten worden, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Mittag. Der «Spiegel» berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, die Ermittlungsbehörden gingen derzeit nicht von einem terroristischen Anschlag aus.

Seehofer dankt Einsatzkräften

Der ICE war auf dem Weg von Passau nach Hamburg gewesen, als sich der Angriff ereignete. Der Zug wurde im Bahnhof der Gemeinde Seubersdorf zwischen Nürnberg und Regensburg abgestellt und geräumt. Die Polizei war über Stunden mit einem Grossaufgebot vor Ort. Das bayerische Rote Kreuz schickte nach eigenen Angaben mehr als 100 Einsatzkräfte nach Seubersdorf, versorgte die Verletzten und betreute die anderen Zuginsassinnen und -insassen.

«Die grausame Messerattacke im ICE ist furchtbar», erklärte Seehofer. «Ich hoffe, dass die Verletzten und diejenigen, die das Geschehen miterleben mussten, schnell und vollständig gesund werden.» Seehofer dankte insbesondere der Polizei und dem Zugpersonal «für ihren mutigen Einsatz, durch den noch Schlimmeres verhindert werden konnte».

Die drei Schwerverletzten wurden in Krankenhäuser gebracht. Sie stammen laut Polizei aus dem Raum Regensburg und dem Raum Passau.

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(DPA/pco)

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