Aktualisiert 18.01.2017 18:31

Altdorf UR

Mann verletzt Polizistin mit Reizgas

Eine Polizeipatrouille stellte einem Mann (44) am Mittwoch eine amtliche Verfügung zu. Der Mann griff dabei eine Polizistin an und verletzte sie.

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nk/na/gwa/sda
Bei diesem Gebäude ist es zum Zwischenfall gekommen.

Bei diesem Gebäude ist es zum Zwischenfall gekommen.

Screenshot Google Street View

Beim Hochhaus in Altdorf ist es am Mittwoch zu einem Zwischenfall gekommen, wie die Urner Kantonspolizei mitteilte. Eine Polizeipatrouille hatte den Auftrag, einem Schweizer (44) eine amtliche Verfügung zuzustellen. Dabei griff der Mann die eine Polizistin an und verletzte sie.

Die verletzte Polizistin wurde vom Rettungsdienst ins Spital gebracht. Sie konnte dieses nach Abklärungen aber in der Zwischenzeit wieder verlassen. Der zweite Polizist, der bei der Zustellung der amtlichen Verfügung im Hochhaus zugegen war, blieb gemäss Mitteilung unverletzt.

Täter versuchte wegzurennen

Ein Anwohner, der dort öfters spazieren geht, hat die Szene beobachtet: «Ich habe gesehen, wie die Polizisten bei dem Mann standen und mit ihm sprachen», sagt er. Der Mann habe dabei wild gestikuliert. «Er versuchte danach wegzurennen, die Polizisten konnten ihn aber bremsen», sagt er.

Eine Augenzeugin, die im Hochhaus wohnt, hat ebenfalls etwas beobachtet. Gegen 14 Uhr sei sie per Zufall auf den Balkon hinausgegangen: «Ich sah über zehn Polizisten vor dem Haus stehen und drei oder vier Polizeiautos.» Ungefähr 20 Meter vom Haus entfernt sei der Mann zuerst abgetastet und danach in Handschellen gelegt worden. «Dann haben sie ihn zum Hochhaus geschleift und in einen Wagen gesetzt», so die Frau weiter. Die Polizisten seien aber nicht sofort weggefahren, sondern hätten noch ungefähr eine halbe Stunde lang nach Spuren gesucht und anscheinend Proben vom Schnee genommen.

Ein Polizeisprecher erklärte auf Anfrage, dass die Polizei derzeit davon ausgehe, dass der Täter mit einem «Gasdruckgerät», ähnlich einer Softairgun, auf die Polizistin losging und sie mit einem Reizgas beschossen habe. Solche Situationen können gefährlich werden: «Das ist natürlich immer heikel», so der Sprecher. Der Sprecher betont: «Beim Einsatz von Waffen und anderen Geräten gilt der Verhältnismässigkeitsgrundsatz.»

Motiv ist unklar

Die Polizisten hätten dem Schweizer Bürger mehrere Verfügungen zustellen wollen. Bei diesen ging es um den Vollzug in Sachen Tierschutzgesetz, um Vorführungen beim Betreibungsamt sowie um Zahlungsbefehle. Warum der Mann auf die Ordnungshüterin losging, ist unklar. Am Mittwochnachmittag wurde er verhört.

Zunehmend kommt es vor, dass Personen gewalttätig gegen Polizisten werden. Dies dürfte laut Polizeisprecher auch im Kanton Uri der Fall sein: «Im 2016 sind die Zahlen noch nicht definitiv. Wir gehen von einer leichten Zunahme aus.» 2015 gab es im Kanton fünf Anzeigen wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte. 2014 waren es vier Fälle, 2013 gab es drei Anzeigen.

In Luzern etwa sind keine ähnlichen Fälle mit Gasdruckgeräten bekannt, wie Polizeisprecher Kurt Graf auf Anfrage sagt: «Natürlich gibt es immer wieder Zwischenfälle mit renitenten Personen, aber dass Polizisten konkret mit Reizgas verletzt wurden, ist mir nicht bekannt.»

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