«Bitcoin Fog» - Mann wäscht Bitcoins im Milliardenwert und fliegt auf
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Illegale AktivitätMann wäscht Bitcoin im Milliardenwert und fliegt auf

Das Online-Portal «Bitcoin Fog» wusch zehn Jahre lang illegal Bitcoin. Nun ist der Mann, der dahinter steckt, festgenommen worden.

von
Dominique Zeier
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Ein Mann hat zehn Jahre lang Bitcoin-Geldwäsche betrieben.

Ein Mann hat zehn Jahre lang Bitcoin-Geldwäsche betrieben.

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Nun ist er aufgeflogen und wurde in Los Angeles festgenommen.

Nun ist er aufgeflogen und wurde in Los Angeles festgenommen.

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Sein Portal trägt den Namen «Bitcoin Fog».

Sein Portal trägt den Namen «Bitcoin Fog».

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Darum gehts

  • Einer der grössten Bitcoin-Geldwäscher wurde in Los Angeles festgenommen.

  • Er wird beschuldigt, eine Bitcoin-Wäscher-Plattform betrieben zu haben.

  • Darüber sollen Deals in Milliarden-Höhe abgewickelt worden sein.

In Los Angeles wurde ein Mann verhaftet, der hinter einer der grössten Bitcoin-Wäsche überhaupt stecken soll. Dem 32-Jährigen wird vorgeworfen, das Portal «Bitcoin Fog» während mehr als zehn Jahren betrieben zu haben, wie das US-Justizministerium auf seiner Website mitteilt. Dabei handelt es sich um eine Plattform, über welche mehr als 1,2 Millionen Bitcoin gelaufen sind – das ist momentan das Äquivalent von mehr als 59 Milliarden Franken.

Zum Zeitpunkt, als die Transaktionen tatsächlich stattgefunden haben, waren die Bitcoin allerdings etwas weniger wert, weshalb die Justizbehörden der USA dem Mann nur die Wäsche von 235 Millionen Dollar (umgerechnet rund 213.5 Millionen Franken) anlasten.

Aufgeflogen

Das gewaschene Geld stammt ursprünglich hauptsächlich aus Geschäften aus dem Darknet, wie Stern.de berichtet. Dazu gehören illegale Transaktionen für Drogen, Betrug oder Identitätsdiebstahl. Tatsächlich entsprangen 78 Millionen Dollar allein von Drogenkäufen, wie die US-Steuerbehörde mitteilen lässt.

Zum Verhängnis wurde dem Mann die Tatsache, dass bei Bitcoin sämtliche Transaktionen in sogenannten Ledgern dokumentiert werden. Zwar setzen Portale wie «Bitcoin Fog» alles daran, die Transaktionen so anonym wie nur möglich zu halten, beispielsweise indem sie die Überweisungen von sauberen und illegalen Bitcoin miteinander vermischen. In diesem Fall ist das illegale Geschäft aber trotzdem aufgeflogen.

So war es den US-Steuerbehörden möglich, die Krypto-Adresse des Mannes über mehrere Umwege zurückzuverfolgen. Denn der Mann hatte seine Bitcoin über einen der damals grössten Exchanges, Mt. Gox, gekauft, der mit seiner echten Adresse verbunden war. Ausserdem fanden die Behörden im Google-Account des Mannes Hinweise auf illegalen Handel mit Bitcoin.

Plattform nach wie vor online

Wie hoch die Strafe für den Kryptogeldwäscher ausfällt, ist noch unklar, da das Verfahren noch läuft. Vorgeworfen werden ihm Geldwäsche, das illegale Betreiben eines Geldtransfergeschäfts und Geldüberweisungen ohne Lizenz. Laut Anklageschrift soll sich der Mann eine Provision von rund zwei Prozent pro gewaschenen Bitcoin ausbezahlt haben. Zum Zeitpunkt der Transaktion war diese rund acht Millionen Dollar wert, nach dem Anstieg im Preis befindet sich der Wert aber in der Höhe von mehreren hundert Millionen Dollar.

Überraschend scheint, dass das Portal «Bitcoin Fog» auch nach der Festnahme des Geldwäschers nach wie vor aktiv ist, wie wired.com berichtet. Unklar ist, wer die Plattform nun betreibt. Möglich sei es aber, dass die Behörden das Portal selbst übernommen haben, um die illegalen Aktivitäten weiterhin zu verfolgen und allfällige Kunden der Plattform aufzuspüren, erklärt Sarah Meiklejohn, eine Wissenschaftlerin des University College of London.

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