US-Staat Missouri: Mann wegen Mord an 19-Jähriger hingerichtet
Aktualisiert

US-Staat MissouriMann wegen Mord an 19-Jähriger hingerichtet

David Zink ermordete eine Frau, nachdem er ihren Wagen gerammt hatte – und einen Verstoss gegen seine Bewährungsauflagen fürchtete. Nun ist der Mann exekutiert worden.

von
mlr
David Zink wurde im Gefängnis von Bonne Terre in Missouri hingerichtet.

David Zink wurde im Gefängnis von Bonne Terre in Missouri hingerichtet.

Wegen Mordes an einer 19-Jährigen ist ein Mann im US-Staat Missouri hingerichtet worden. David Zink starb am Dienstag in der Haftanstalt Bonne Terre südlich von St. Louis um 19.47 Uhr (Ortszeit) durch die Giftspritze, wie ein Sprecher des Strafvollzugs mitteilte. Kurz zuvor hatte der Oberste Gerichtshof der USA einen Antrag auf Aussetzung der Exekution zurückgewiesen, nachdem Gouverneur Jay Nixon ein Gnadengesuch abgelehnt hatte.

Zink war wegen des 2001 begangenen Mordes an Amanda Morton für schuldig befunden worden, ein Geschworenengericht sprach sich damals für die Todesstrafe aus. Behördenangaben zufolge tötete Zink die damals 19 Jahre alte Amanda M., nachdem er unweit deren Heimatort Strafford an einer Autobahnausfahrt ihren Wagen gerammt hatte. Wenige Monate zuvor war Zink aus einem texanischen Gefängnis entlassen worden, in dem er eine 20-jährige Haftstrafe wegen Vergewaltigung, Entführung und versuchter Flucht verbüsst hatte.

Motelmanager alarmierte die Polizei

Aus Furcht, dass er mit seinem durch eine Alkoholfahrt verursachten Unfall gegen seine Bewährungsauflagen verstossen und somit letztlich wieder im Gefängnis landen könnte, brachte er Amanda M. in ein Hotel. «Wenn ich denke, dass du eine Gefahr für meine Freiheit darstellst, nehme ich mir vor, dich zu eliminieren», soll Zink ihr gesagt haben. Dies gab er in einem später aufgenommenen Geständnis zu.

Der Motelmanager sah später einen TV-Bericht über das Verschwinden der jungen Frau und alarmierte die Polizei.

Nach seiner Festnahme führte Zink die Ermittler zu der auf einem Friedhof verscharrten Leiche der jungen Frau. In seinem Geständnis berichtete er, wie er sie dort an einen Baum gebunden und sie angehalten habe, nach oben zu sehen. Als sie dies tat, habe er ihren Hals ergriffen, sie mit seinen Händen und einem Seil gewürgt sowie Matsch und Blätter in ihren Mund gestopft. Weil er sich gesorgt habe, dass sie das Bewusstsein wiedererlangen könnte, habe er dann mit einem Messer ihren Hals durchtrennt, gestand Zink.

Zink versuchte Exekution zu stoppen

Eine Autopsie wies acht gebrochene Rippen sowie 50 bis 100 Verletzungen durch Gewalteinwirkung bei M. auf. Zudem war sie vergewaltigt worden.

Mit dem Argument, dass die Todesstrafe verfassungswidrig sei, hatte Zink seine Exekution zu stoppen versucht. Doch ein Richtergremium wies den Antrag am Dienstag kommentarlos ab. Tags zuvor hatte ein Gericht in St. Louis seine Klage gegen den Prozess der Giftspritzeninjektion bei Hinrichtungen abgeschmettert.

«David Zink hat rücksichtslos einer jungen Frau das Leben genommen, und es ist gerecht, wenn er dafür bezahlt, indem er sein eigenes Leben verliert», zitiert «Spiegel online» Missouris Generalstaatsanwalt Chris Koster.

Erste Hinrichtung seit Gerichtsurteil

Zink war der erste Todeskandidat, der exekutiert wurde, seit der der Oberste Gerichtshof des Landes im Juni den Einsatz einer umstrittenen Giftmischung für Hinrichtungen genehmigt hatte. Er war der fünfte Todeskandidat, der in diesem Jahr in Missouri hingerichtet wurde – und der 17. seit November 2013. Nur in Texas wurden in diesem Zeitraum mehr Todesurteile vollstreckt.

Der Oberste Gerichtshof hatte im Januar die Vollstreckung von drei Todesurteilen im Bundesstaat Oklahoma ausgesetzt. Das Gericht reagierte damit auf Einsprüche gegen die vorgesehene Giftmischung, die nach Ansicht der Todeskandidaten gegen das verfassungsrechtliche Verbot grausamer Bestrafung verstösst.

Das zusammen mit anderen Substanzen verabreichte Beruhigungsmittel Midazolam soll die Todeskandidaten zunächst betäuben, ehe hochgiftige Drogen zum Herzstillstand führen. Das Mittel kam unter anderem bei der Hinrichtung von Clayton Lockett zum Einsatz, der vor einem Jahr nach 43-minütigem Todeskampf gestorben war. (mlr/sda)

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