12.06.2019 05:32

Obergericht Zürich

Mann will mildere Strafe nach Kindesmissbrauch

Ein Schweizer (30) soll mehrere Mädchen überfallen und sexuell missbraucht haben. Das Urteil hat er nicht akzeptiert, heute steht er vor dem Obergericht.

von
ehs
1 / 4
Mit diesem Phantombild suchte die Stadtpolizei Zürich nach dem 30-jährigen Schweizer.

Mit diesem Phantombild suchte die Stadtpolizei Zürich nach dem 30-jährigen Schweizer.

Stapo Zürich
Bei der Bäckeranlage soll er ein 8-jähriges Kind zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Zudem soll er ein anderes Mädchen in einem Keller missbraucht haben. Auch soll er eine 16-Jährige geschändet haben.

Bei der Bäckeranlage soll er ein 8-jähriges Kind zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Zudem soll er ein anderes Mädchen in einem Keller missbraucht haben. Auch soll er eine 16-Jährige geschändet haben.

Keystone/Gaetan Bally
Im März 2018 musste sich der damals 29-Jährige vor dem Zürcher Bezirksgericht verantworten. Das Gericht verhängte eine Freiheitsstrafe von neun Jahren.

Im März 2018 musste sich der damals 29-Jährige vor dem Zürcher Bezirksgericht verantworten. Das Gericht verhängte eine Freiheitsstrafe von neun Jahren.

Keystone/Christian Beutler

Ein heute 30-Jähriger soll drei Mädchen im Alter zwischen 8 und 13 Jahren sexuell missbraucht haben. Im November 2015 soll er sich in der Zürcher Bäckeranlage auf dem WC an einer Achtjährigen vergangen haben. Ein anderes Mädchen soll er im März 2016 in einen Keller gestossen und sich dort brutal an ihm vergangen haben.

Vor einem Jahr wurde der Mann vom Bezirksgericht Zürich dafür zu neun Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht befand ihn der mehrfachen, teilweise versuchten sexuellen Handlungen mit Kindern, mehrfachen Diebstahls und einfacher Körperverletzung schuldig. Zudem sahen es die Richter als erwiesen an, dass er eine damals 16-jährige Kollegin geschändet und Kinderpornografie besessen hatte.

Serientäter oder reuig?

Der Mann legte gegen den Schuldspruch Berufung ein. Sein Verteidiger hatte im ersten Prozess eine Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren gefordert. Damals sprach der Beschuldigte von «spontanen und dummen Aktionen». Er habe versucht, «so sanft wie möglich» zu sein. Auch die Staatsanwaltschaft legte Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil ein. Sie forderte im ersten Prozess eine höhere Freiheitsstrafe von zwölf Jahren. Deshalb beugt sich am Mittwoch das Zürcher Obergericht über den Fall.

Gemäss einem Gutachten hat der Beschuldigte eine Neigung zu Pädophilie. Vor dem Bezirksgericht hatte er noch beteuert, dass er nicht rückfällig werden würde. Der Staatsanwalt hatte hingegen argumentiert, der Beschuldigte sei ein Serientäter, der weitere Angriffe verüben würde, wenn er freikommen würde.

20 Minuten berichtet live vom Prozess.

Fehler gefunden?Jetzt melden.