Rentner wird bei Jägertreff in La Punt Chamues-ch spitalreif geschlagen
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La Punt Chamues-ch GRMann wird bei Jägertreff spitalreif geprügelt

Mitte August kam es bei einem Jägerabend in der Engadiner Gemeinde La Punt Chamues-ch zu einem gewalttätigen Angriff eines Lehrers auf einen Rentner. Letzterer erlitt einen Schädelbruch und musste ins Spital nach Samedan GR gebracht werden.

von
Pascal Eicher
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Beim Jägerhaus Chesa Laudenbacher ereignete sich am 19. August ein brutaler Angriff auf einen Rentner.

Beim Jägerhaus Chesa Laudenbacher ereignete sich am 19. August ein brutaler Angriff auf einen Rentner.

La Punt Tourismus
Das Jägerhaus befindet sich in der Bündner Gemeinde La Punt Chamues-ch.

Das Jägerhaus befindet sich in der Bündner Gemeinde La Punt Chamues-ch.

St. Moritz Tourismus/Fabian Gattlen
18 Jägerinnen und Jäger trafen sich dort zu einem gemütlichen Jägerabend (Symbolbild).

18 Jägerinnen und Jäger trafen sich dort zu einem gemütlichen Jägerabend (Symbolbild).

Pixabay/Norman Bosworth

Darum gehts

  • Am 19. August trafen sich 18 Jägerinnen und Jäger im Jägerhaus Chesa Laudenbacher in La Punt Chamues-ch GR.

  • Kurz nach 2 Uhr morgens griff einer der Jäger einen Kollegen gewalttätig an.

  • Das Opfer, ein Rentner, musste mit Schädelbruch ins Spital gebracht werden.

  • Der Täter ist Lehrer an einer Schule in Graubünden und unterrichtet weiterhin.

Eigentlich hätte es ein geselliger Jägerabend werden sollen: Am 19. August trafen sich 18 Jägerinnen und Jäger im Jägerhaus Chesa Laudenbacher in La Punt Chamues-ch GR zum alljährlichen Jägerabend, wie die Südostschweiz (Bezahlartikel) am Dienstag berichtet. Doch kurz nach zwei Uhr ereigneten sich wüste Szenen im «Jägerstübli». Einer der Jäger griff einen Kollegen gewaltsam an. Beim Täter handelt es sich um einen Lehrer an einer Schule in Graubünden, das Opfer ist Rentner.

Der Pensionierte schildert den Vorfall. «Zuerst ging er auf den Balkon, um eine Zigarette zu rauchen», sagt der Rentner über den Lehrer. Kurz darauf sei der Lehrer wie verwandelt vom Balkon zurückgekommen und habe «Heute Nacht stirbst du» zu ihm gesagt.

Dann ging es Schlag auf Schlag: Mit voller Wucht stiess der Lehrer den Stuhl des Rentners um, sodass dieser mit dem Hinterkopf gegen den Steinboden prallte. Anschliessend wurde der Rentner mehrmals mit Faustschlägen im Gesicht traktiert. Ein weiterer anwesender Jäger bestätigte die Vorfälle bis zu diesem Zeitpunkt gegenüber der Südostschweiz.

Rettung auf der Strasse

Die Attacke endete aber nicht im Jägerhaus. Er habe sich aus der Umklammerung des Lehrers befreien können und sei auf die Strasse geflüchtet, sagt der Rentner. Doch der Lehrer habe ihn eingeholt, zu Boden geworfen und ihm mehrere Tritte gegen den Kopf verpasst, sagt er weiter. Dann seien zwei Frauen seine Rettung gewesen, die auf der Strasse auftauchten und den rasenden Lehrer beruhigen konnten.

Die alarmierte Polizei traf gegen drei Uhr nachts ein und rief einen Krankenwagen, der den schwer verletzten Rentner ins Spital nach Samedan GR brachte, welches er am 27. August wieder verlassen konnte. Der Lehrer wurde kurzzeitig festgenommen und seine Feuerwaffe beschlagnahmt. Zudem muss er vorläufig mindestens 40 Meter Abstand zum Rentner wahren. Dieser hat Strafanzeige gegen den Lehrer eingereicht. Die Kantonspolizei Graubünden bestätigt auf Anfrage von 20 Minuten die Anzeige, konnte jedoch keine weiteren Informationen zu den noch laufenden Ermittlungen bekannt geben.

«Schule muss reagieren»

Der Rentner habe sich an die Presse gewandt, weil der Täter weiterhin Kinder an einer Schule in Graubünden unterrichte. Er befürchtet, der Lehrer könne wieder aus dem Nichts die Kontrolle verlieren, so wie es an jenem Jägerabend geschehen war. «Um die Kinder zu schützen, muss die Schule reagieren», sagt er. Der Beschuldigte selbst sagt zur Südostschweiz, er wolle sich erst äussern, wenn die polizeilichen Ermittlungen abgeschlossen seien.

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