Dominikaner würgte Kollegin und wollte sie vergewaltigen – 7 Jahre Landesverweis

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ZürichMann würgte Kollegin und wollte sie vergewaltigen – 7 Jahre Landesverweis

Ein Dominikaner (39), der unter Alkohol- und Drogeneinfluss einen Gewaltexzess an einer Kollegin verübt hat, muss für sieben Jahre die Schweiz verlassen. Er lebte seit seinem 14. Lebensjahr hier. 

von
Stefan Hohler
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Der Beschuldigte macht ein vollständiges Blackout geltend – mit 3,2 Promille Alkohol. 

Der Beschuldigte macht ein vollständiges Blackout geltend – mit 3,2 Promille Alkohol. 

20min
Trotz grossem Schuldenberg posierte er mit einem teuren Wagen in den sozialen Medien. 

Trotz grossem Schuldenberg posierte er mit einem teuren Wagen in den sozialen Medien. 

20min
Das Bezirksgericht Zürich hat den Dominikaner zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt. 

Das Bezirksgericht Zürich hat den Dominikaner zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt. 

20min/hoh

Darum gehts

  • Ein Dominikaner soll eine Kollegin gewürgt und versucht haben, sie zu vergewaltigen.

  • Der Staatsanwalt verlangt wegen versuchter Tötung und Schändung eine Freiheitsstrafe von 8,5 Jahren und zehn Jahre Landesverweis.

  • Der Verteidiger fordert einen Freispruch wegen selbstverschuldeter Schuldunfähigkeit. Sein Mandant habe 3,2 Promille Blutalkohol gehabt und Kokain konsumiert. 

  • Das Bezirksgericht Zürich verurteilt den 39-Jährigen zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten und sieben Jahren Landesverweis.

Ein 39-jähriger Hilfsarbeiter aus der Dominikanischen Republik hat im Juli 2021 in der Wohnung einer Kollegin in Zürich unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen einen Gewaltexzess verübt. Er nahm die Frau in den Würgegriff und schlug sie mit einem 500 Gramm schweren Glas-Aschenbecher wiederholt auf den Kopf. Als er die wehrlose Frau vergewaltigen wollte, erschien die Polizei, welche von einer Nachbarin wegen der Hilferufe alarmiert wurde. Der Grund für die Attacke: Die Frau soll sich laut Anklage mit einem Kollegen über ihn lustig gemacht haben.

Am Prozess vor dem Bezirksgericht Zürich am Montag sagte der Dominikaner: «Ich habe keine Erinnerung mehr an den Vorfall.» Er sei «sturzbetrunken» gewesen und habe zusätzlich Kokain genommen. Er ist grundsätzlich geständig. Es tue ihm leid, sie sei immer eine gute Kollegin gewesen und sie hätten nie Streit gehabt. Der Mann ist als 14-Jähriger in die Schweiz gekommen und hat einen Schuldenberg von über einer halben Million Franken. Er habe verschuldete Firmen übernommen und sei auf den Schulden sitzen geblieben, begründete er das finanzielle Desaster.

Verteidiger pochte auf Schuldunfähigkeit

Der Staatsanwalt verlangte wegen versuchter Tötung und versuchter Schändung eine Freiheitsstrafe von 8,5 Jahren sowie eine Landesverweisung von zehn Jahren. «Die Frau hat mit dem Tod gerechnet, er würgte sie und schlug ihr mehrere Minuten lang mit dem Aschenbecher auf den Kopf.» Die Polizei habe den Dominikaner in flagranti mit offener Hose erwischt, als er dem wehrlosen Opfer den Slip heruntergezogen habe.

Sein Verteidiger sprach hingegen von einer selbstverschuldeten Schuldunfähigkeit: «Mein Mandant hatte 3,2 Promille Alkohol intus und stand unter Kokain.» Er habe ein völliges Blackout gehabt, es falle ihm schwer zu glauben, was er getan habe. Er habe nach dem Vorfall eine dissoziative Störung erlitten, Stimmen gehört und Schatten gesehen. Der Verteidiger verlangte einen Freispruch vom Vorwurf der versuchten Tötung und versuchten Schändung und lediglich eine bedingte Geldstrafe wegen Tätlichkeit und einfacher Körperverletzung. «Der Staatsanwalt schiesst über das Ziel hinaus, die Frau befand sich nicht in Lebensgefahr.»

«Wohnung hat wie ein Schlachtfeld ausgesehen»

Das Bezirksgericht Zürich verurteilte den Dominikaner am Montagabend zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten wegen versuchter schwerer Körperverletzung und versuchter Schändung. Es liege eine stark verminderte Schuldfähigkeit vor, nicht aber eine Schuldunfähigkeit. «Die Wohnung hat wie ein Schlachtfeld ausgesehen, wenn man die Bilder anschaut», sagte der Richter.

Die Attacke mit dem Aschenbecher und das Würgen hätten zu schwersten Körperverletzungen führen können, sie reichten aber nicht für eine Verurteilung wegen vorsätzlicher Tötung. Das Opfer sei wehrlos und widerstandsunfähig gewesen, deshalb liege eine versuchte Schändung vor. Bei der Schwere der Tat gebe es bezüglich Landesverweisung keinen Härtefall, deshalb muss der Dominikaner die Schweiz für sieben Jahre verlassen.   

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Alter ohne Gewalt, Tel. 0848 00 13 13

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Beratungsstellen für gewaltausübende Personen

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