Aktualisiert 20.10.2006 08:07

Mannesmann-Prozess: Sägen an Ackermanns Stuhl

Am nächsten Donnerstag beginnt erneut der Prozess gegen Manager, die bei der Mannesmann-Vodafone-Fusion Riesensummen einstrichen. Josef Ackermann, Chef der deutschen Bank, ist ebenfalls angeklagt. Wird er verurteilt, dann räumt er seinen Sessel.

Bereits zum dritten Mal verhandelt die Justiz im spektakulärsten deutschen Wirtschaftsstrafverfahren über den Vorwurf der schweren Untreue bei der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone - nun wieder in der ersten Instanz.

Die Neuauflage des Mannesmann-Prozesses auf Entscheidung des Bundesgerichtshofs beginnt am kommenden Donnerstag (26. Oktober) am Düsseldorfer Landgericht. Im Mittelpunkt steht vor allem einer der sechs Angeklagten: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann.

Der Schweizer selbst hat sein Schicksal mit diesem Prozess verknüpft. Im Fall einer Verurteilung, so hatte Deutschlands bekanntester Banker bereits vor Monaten wissen lassen, werde er seinen Posten räumen.

Staatsanwaltschaft gestärkt

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, während des ersten Prozesses viel gescholten, geht personell dezimiert mit nur noch zwei Vertretern, aber inhaltlich durch den Bundesgerichtshof gestärkt in die neue Runde.

Die Bundesrichter hatten die Freisprüche der ersten Instanz aufgehoben und sogar den objektiven Tatbestand der Untreue erfüllt gesehen.

Die Verwaltungsräte hätten mit ihrem grosszügigen Prämien- und Pensionsregen in Höhe von 57 Mio. Euro der Mannesmann AG geschadet. «Sie waren gleichsam nicht Gutsherren, sondern Gutsverwalter», schrieb Bundesrichter Klaus Tolksdorf den prominenten Angeklagten ins Stammbuch.

Ausgang ist völlig offen

Der Ausgang von Runde drei ist dennoch offen - von einem erneuten Freispruch über eine Einstellung des Verfahrens gegen eine saftige Geldauflage bis hin zu einer Verurteilung und einem weiteren Wiedersehen vor dem Bundesgerichtshof - alles ist möglich. (sda)

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