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Marburg-Todesvirus: Das ist der Schuldige

Wissenschaftler haben nach jahrzehntelanger Suche den Überträger des tödlichen Marburg-Virus' ausfindig gemacht: Die Krankheit wird durch den Nilflughund, eine Fledermausart, übertragen.

Dies berichtete das Online-Wissenschaftsmagazin «PLoS ONE» am Mittwoch. Forscher aus den Vereinigten Staaten und dem zentralafrikanischen Gabun untersuchten demnach mehr als 1100 Fledermäuse zehn verschiedener Arten.

Nur bei dem im südlichen Afrika weit verbreiteten Nilflughund hätten sie das Marburg-Virus und Antikörper entdeckt. Die Krankheit verläuft in acht von zehn Fällen tödlich.

«Diese Entdeckung gibt uns neue Einblicke in die Übertragungswege des Marburg-Virus'», sagte der Leiter der Studie, Jonathan Tower, ein Mikrobiologe vom Zentrum für Krankheitskontrolle und -vorbeugung in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia.

Den schlimmsten Ausbruch von Marburg-Fieber gab es bislang zwischen Oktober 2004 und Juli 2005 in Angola - von 374 Erkrankten starben 329. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldete vergangene Woche Krankheitsfälle aus einer Mine in Uganda. In derselben Mine hatten Forscher auch Flughunde für Tests gefangen.

Das Marburg-Virus ist verwandt mit dem Ebola-Erreger. Es wird durch Körperflüssigkeiten, unmittelbaren Kontakt mit einem Virusträger oder Kontakt mit virenverseuchten Gegenständen übertragen.

Bislang gibt es keine wirksame Impfung oder Behandlung gegen das Virus. Die Erkrankten bekommen schwere innere Blutungen und hohes Fieber und sterben gewöhnlich binnen einer Woche nach Ausbruch der Krankheit. (sda)

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